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Einmal im Jahr führen die dänischen Streitkräfte den sogenannten „Kampsvømmerkurset“ (Froschmann-Lehrgang) durch, welcher eine der Voraussetzungen für den Dienst im „Frømandskorpset” (Froschmannkorps) ist. Anfang August endete der diesjährige Lehrgang und zum ersten Mal hat eine Frau diese anspruchsvolle Ausbildung bestanden. Lene, der Nachnahme wurde nicht veröffentlicht, ist eine von insgesamt gerade mal zehn Anwärtern, die dieses Jahr die Ausbildung bis zum Schluss durchgehalten haben.

Der Froschmann-Grundkurs dauert neun Monate. Jedes Jahr beginnen ca. 500 bis 600 Bewerber, von denen am Ende weniger als ein Dutzend ausgewählt werden. Integriert ist eine Kampftauchausbildung. Diese dauert zwei bis drei Wochen und schult die Anwärter in verschiedenen Einsatzmethoden, um unbemerkt aus dem Wasser an Land zu kommen. Dem Lehrgang voraus geht ein anspruchsvoller Aufnahmetest.

„Ich bin seit fast 21 Jahren in den Streitkräften, und ich habe keine Frau gesehen, die die Kampfschwimmerausbildung absolvieren konnte. Ich denke, es war meine Pflicht, zu sehen, ob ich an dieser Front einen Beitrag leisten konnte, denn ich hatte den Glauben, dass ich es schaffen würde“, so Lene. Sie hofft, dass nun mehr Frauen ihrem Weg folgen. Für sie persönlich ging es auch um die persönliche Entwicklung und Verbesserung ihrer Kampffähigkeiten. (Foto: Forsvaret DK)

Das Froschmannkorps (dänisch: Frømandskorpset) ist die maritime Spezialeinsatztruppe (Kampfschwimmereinheit) des dänischen Special Operations Command (SOKOM). Innerhalb der NATO gilt die Einheit als äußerst professionell und leistungsfähig. Zu den Aufträgen des Frømandskorpset gehört es unter anderem Aufklärung im Vorfeld amphibischer Operationen, Hinterhalte und Sabotage sowie Sprengungen und Räumungen unter Wasser durchzuführen. Die Angehörigen werden im waffenlosen Nahkampf, im Entern und Einnehmen von Schiffen sowie auch für den Einsatz im Rahmen maritimer Antiterroroperationen wie bspw. Geiselbefreiungen auf Schiffen oder Bohrplattformen ausgebildet. In Friedenszeiten unterstützen die Soldaten die dänische Polizei bei der Suche nach Schiffbrüchigen.

Dem Froemandskorpset werden enge Kontakte zum britischen Special Boat Service (SBS), den U.S. Navy SEALs, den deutschen Kampfschwimmern, den norwegischen Marinejägern und den maritimen Spezialeinheiten Schwedens nachgesagt. Die Einheit wurde 1957 aufgestellt und umfasst heute rund 200 Soldaten, die auf 3 Züge verteilt sind. Im 1. Zug sind die Kampfschwimmer zusammengefasst.

Frauen bei den Spezialkräften

Frauen bei den Spezialkräften sind nach wie vor rar gesät. In den vergangenen Monaten häufen sich jedoch Meldungen über bestandene Lehrgänge oder Aufnahmen in die Eliteverbände.

So wurde Sub-Lieutenant Tahlia Britton im August die erste Frau in Irland, die als Minentaucherin in den Streitkräften zertifiziert wurde. Dies gilt in Irland als zweithärteste Ausbildung nach dem Army Ranger Wing (ARW). Tahlia ist seit jeher dem Wasser verbunden, war sie doch von 2004 bis 2012 Mitglied des nationalen Surfteams. Vor sechs Jahren trat die heute 28jährige der Marine bei. Seitdem hat sie über 100 Tauchstunden unter Wasser in Tiefen bis 38 Meter verbracht.

Und im Juli wurde die erste Frau in eine Einheit der U.S. Green Berets aufgenommen. Zuvor hatte sie erfolgreich den Aufnahmetest und die Ausbildung absolviert. Sie ist jedoch nicht die erste Frau, die dieses schaffte. 1980 schafft dies schon Captain Kate Wilder, der nach erfolgreicher Ausbildung jedoch die Aufnahme in eine Einheit verweigert wurde. Die U.S. Green Berets sind eine der letzten Einheiten der U.S. Army und der U.S. Special Forces, in der bisher noch keine Frauen dienten.

André Forkert