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Der US-Kongress hat dem Verkauf von 76 M2A2 Bradley Schützenpanzern (Infantry Fighting Vehicle, IFV) in der Version ODS an Kroatien zugestimmt, wie die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) am 1. Dezember 2020 mitgeteilt hat. Die Kosten werden mit rund 630 Millionen Euro angegeben. Ende 2019 wurde über Pläne der US-Regierung berichtet, Kroatien Schützenpanzer Bradley zu schenken.

Die von Kroatien beantragten IFV sind derzeit einlagert und sollen für zwei bis vier Millionen Euro pro Fahrzeug überholt und später modernisiert werden. Die Beschaffung wird mit 20 Millionen Euro aus dem European Recapitalization Incentive Program (ERIP) unterstützt. Mit ERIP fördert die US-Regierung den Umstieg auf westliche Technik bei NATO-Staaten aus dem ehemaligen Warschauer Pakt und will damit den Aufbau interoperabler Strukturen stärken.

Der M2A2 Bradley ist mit einer 25-mm-Bushmaster Kanone und einem 7,62 mm Koaxial-MG bewaffnet und ballistisch gegen Geschosse bis 30 mm geschützt. Die Variante ODS ist nach den Erkenntnissen aus der Operation Desert Storm (Irak, 1990/91) mit zusätzlichen Führungs- und Schutzelementen ausgestattet worden.

Für die Ausstattung werden M240 Maschinengewehre, TOW Panzerabwehrlenkflugkörper in mehreren Versionen, Nebelwerfer, Funkgeräte, Feuerleitgeräte, Ersatzteile und Sonderwerkzeuge mitgeliefert. Ergänzt wird das Paket durch Ausbildung sowie technische und logistische Unterstützung.

Seit der Einführung 1981 hat BAE System rund 6.700 Bradley gebaut, die durch diverse Maßnahmen technisch modern gehalten worden sind. Derzeit wird die Ablösung eines großen Teils der Bradley-Flotte durch das OMFV-Programm (Optionally Manned Fighting Vehicle) eingeleitet. Die erneute Ausschreibung nach dem ersten fehlgeschlagenen Versuch wird für den 18. Dezember 2020 erwartet.

Gerhard Heiming