Print Friendly, PDF & Email

Die Kooperation im Rüstungsbereich zwischen der Türkei und der Ukraine entwickeln sich in der letzten Zeit recht dynamisch. So wurde zum Jahreswechsel bekannt, dass der ukrainische Skif Panzerabwehrlenkflugkörper, integriert in einen ferngesteuerten Turm des türkischen Rüstungskonzerns Aselsan, an Katar geliefert wird. Der Auftrag umfasst Aselsans Angaben zufolge zudem weitere Sensorik, Navigations- und Führungskomponenten und hat einen Gesamtwert von 38 Millionen US-Dollar. Die Auslieferung soll noch 2021 erfolgen.

Der vom staatlichen Luch Entwicklungsbüro mit Sitz in Kiew konstruierte Lenkflugkörper ist bereits seit einem Jahrzehnt in Produktion und wurde durch den ebenfalls staatliche Ukroboronprom Konzern an Algerien, Saudi-Arabien und Myanmar verkauft. Eine Besonderheit ist, dass der Skif neben dem Kaliber 130 mm auch im größeren 152 mm Kaliber angeboten wird. Beide Versionen sind auch in einer Spreng-Splitter-Variante gegen Gebäude oder Feldbefestigungen verfügbar.

Datenblatt Skif
  130 mm Lenkflugkörper 152 mm Lenkflugkörper
Reichweite bei Tag 100 m bis 5000 m 100 m bis 5500 m
Reichweite bei Nacht / eingeschränkter Sicht 100 m bis 3000 m 100 m bis 3000 m
Systemgewicht mit Dreibein und Feuerleitkonsole 97 kg 104 kg
Gewicht Lenkflugkörper in Transport und Startcontainer 30 kg 37 kg
Länge Lenkflugkörper in Transport und Startcontainer 1360 mm 1435 mm
Gefechtskopfvarianten
  • RK-2S Tandem-Hohlladungsgefechtskopf
  • RK-2OF Spreng-Splitter-Gefechtskopf
  • RK-2M-K Tandem-Hohlladungsgefechtskopf
  • RK-2M-OF Spreng-Splitter-Gefechtskopf

Für die Integration in eine Waffenanlage entstand im letzten Jahr ein Joint Venture unter Beteiligung von Luch, dem ukrainischen Unternehmen Spets Techno Export und dem türkischen Systemhaus Aselsan. Die neue stabilisierte Waffenanlage mit der Bezeichnung SERDAR, welche jeweils zwei Lenkflugkörper sowie ein Maschinengewehr im Kaliber 7,62 mm x 51 oder 12,7 mm x 99 aufnehmen kann, wird genauso wie der Skif-Lenkflugkörper an einem türkischen Standort des Joint Ventures gefertigt.

Katar ist mit diesem Geschäft der erste Kunde für das SERDAR Projekt. Die Vermutung liegt nahe, dass die Waffenanlagen für die Ausstattung von Teilen der bereits im August bestellten Radfahrzeuge vom Typ Yörük und Ejder Yalçin dienen sollen. Dafür spricht auch die Beschaffung der oben erwähnten Navigations-, Führungs- und Sensorik Elemente.

Kristóf Nagy