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Die Luftwaffe hat heute mitgeteilt, dass drei angemietete H145-Hubschrauber im Standort Laupheim angekommen sind. Die drei Airbus H145 Maschinen wurden angemietet und dienen der Ausbildungsunterstützung. Vermieter ist die Firma NHV Helicopters aus Belgien. Die Hubschrauber sollen für die Ausbildung der H145M LUH SOF Piloten genutzt werden. Der Twitter-Meldung zufolge sind auch zwei Maschinen des Typs H145 D3 mit 5-Blatt-Rotorkopf dabei, die dritte Maschine ist mit einem 4-Blatt-Rotorkopf ausgerüstet.

4- und 5-Blatt-Rotorköpfe

Die drei stehen somit sofort für die Ausbildungszwecke des Hubschraubergeschwader (HSG) 64 in Laupheim zur Verfügung. Insbesondere die H145 D3 Hubschrauber sind dazu geeignet neben den zusätzlichen Flugstunden weitere Vorteile für die Truppe zu generieren.

Die mit einem Fünfblattrotor leistungsgesteigerte H145 D3 von Airbus Helicopters bietet mehrere technische Vorteile. Die Nutzlast der Maschine wurde um effektiv 150 Kilogramm gesteigert. Das maximale Startgewicht erhöht sich somit auf 3.800 kg. Weiterhin wurde der Rotordurchmesser verringert, damit die H145 in engerem Umfeld operieren kann. Das fünfte Blatt führt auch zu größerer Laufruhe zum Vorteil von Besatzung, Passagieren und Ladung. Die Wartungsarbeiten werden durch die einfache Ausführung des neuen lagerlosen Hauptrotors erleichtert.

Die im HSG 64 genutzten H145M LUH SOF (Light Uitility Helicopters Special Operation Forces) entsprechen der Version D2 mit einem 4-Blatt-Rotorkopf. Diese Maschinen können aber auf die neuere Version umgerüstet werden. Mit den nun angemieteten beiden Maschinen kann die Bundeswehr nun eigene Erfahrungen sammeln, ob sich diese Umrüstung für die Einsatzkräfte lohnt.

Zusätzliche Flugstunden für die Ausbildung

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat mit einer Veröffentlichung des Verhandlungsverfahrens am 23. Dezember 2019 eine Ausschreibung für die Anmietung von drei zivilen Hubschraubern H145 mit bis zu 1300 Flugstunden (FH) im Jahr 2021 gestartet. Die Vertragslaufzeit laut Ausschreibung ist vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021, wobei der Flugbetrieb am 4. Januar 2021 beginnen sollte.

Gefordert wurde ein Vermieter, der mindestens drei zum zivilen Luftverkehr zugelassene Hubschrauber H145 (Regelraum EASA) zeitlich befristet (stundenweise) zur Durchführung von Flügen in Absprache mit dem Mieter, der Bundeswehr, in betriebsbereitem, lufttüchtigem Zustand auf dem Militärflugplatz in Laupheim bereitstellen kann. Es wurden bis zu 1.300 Flugstunden, davon 260 Nachtflugstunden, im Jahr 2021 gefordert. Pro Woche sind mindestens zwei Flugfenster für Nachtflüge vorzusehen.

„Im Rahmen der Aus- und Weiterbildung von Hubschrauberführeroffizieren/-innen (HFO) der Deutschen Luftwaffe, im Anschluss an den Erwerb der Musterberechtigung H145M, muss eine ausreichende Anzahl Flugstunden bereitgestellt werden, um das Personal unmittelbar weiter zu professionalisieren und es zeitnah nach Erreichen des notwendigen Qualifikationsniveaus auf dem Einsatzmuster H145M für den Einsatz zu befähigen,“ so das BAAINBw zur Ausschreibung.

Die Bereitstellung der zusätzlichen Flugstunden auf dem H145 soll, so ist es den veröffentlichten Angaben zu entnehmen, zeitnah nach der Umschulung auf den H145M eine bruchfreie Qualifikation des zukünftigen Einsatzpersonals ermöglichen, um den Personalbedarf für die Operationen zu decken. Bei der Ausschreibung war der H145M wurde eine Teilnahme an „Resolute Support“ vorgesehen, jetzt werden die Luftfahrzeuge aber wohl eher in Afrika zum Zuge kommen.

André Forkert