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Griechenland erhält im Rahmen des Excess Defense Articles (EDA) Programms der USA insgesamt 1200 geschützte Radfahrzeuge vom Typ Textron M1117 Guardian Armored Security Vehicle. Die Entscheidung für die Lieferung der US-Fahrzeuge, welche in Deutschland eingelagert sind, wurde bereits für März 2020 erwartet, verzögerte sich aber wegen unterschiedlicher Vorstellungen bezüglich eines finanziellen Ausgleichs und der COVID19 Pandemie.

Letzte Woche gab der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos die finale Entscheidung bekannt. Diese stellt den Endpunkt eines mehrmonatigen und zuweilen zähen Verhandlungsmarathons dar. Anstelle einer Kompensation von 100 Millionen US-Dollar, wie von den USA ursprünglich verlangt, erfolgt die Übergabe der Fahrzeuge nun kostenfrei. Die griechische Seite wird nur die Kosten für eine Inspektion, welche deutlich unter der Grenze von einer Million US-Dollar liegt und die Transportgebühren tragen müssen.

Das von Textron Inc. mit Sitz in Rhode Island in den 1990er Jahren entwickelte M1117 Guardian Armored Security Vehicle ist eines der ersten, dezidiert zum Schutz gegen Minen und Sprengfallen entwickelte Fahrzeuge (MRAP) aus US-Herstellung. Angetrieben von einem Cummins 6CTA8.3 Motor mit 260 PS und einem Gewicht von 15 Tonnen ist der Guardian mit einer Breite von gerade einmal 2,4 Meter und einer Länge von 6 Meter auch für enge Durchfahrten im urbanen Bereich geeignet. Als Bewaffnung diente in der Standardversion der U.S. Army eine 40-mm-Granatmaschinenwaffe, sowie eine MG im Kaliber 12,7 mm x 99 und 7,62 mm x 51. Diese gehören jedoch nicht zum Paket. Es ist daher abzuwarten, für welche Konfiguration sich Griechenland entscheidet.

Über die Verwendung in griechischen Diensten ist so viel bekannt, dass der M1117 Guardian teilweise die ungeschützten Mercedes 240 Gd der Militärpolizei ablösen bzw. in den Bestand der 29. Mechanisierten Infanterie Brigade übergehen soll. Für den deutschen Leser indes ist das Armored Security Vehicle unter Umständen deswegen kein Unbekannter, weil in den letzten Jahren zahlreiche Transporte dieses Typs auf deutschen Autobahnen beobachtet werden konnten.

Kristóf Nagy