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Das neue Ausrüstungssystem der belgischen Streitkräfte mit der Bezeichnung Belgian Defence Clothing System (BDCS) ist letzte Woche auf Regierungsebene genehmigt worden. Ziel des BDCS-Programmes ist es, die Einführungs-, Innovations- und Regenerationszyklen im Bereich der Bekleidung und persönlichen Ausrüstung der belgischen Soldaten für die kommenden Jahrzehnte zu definieren.

Die Absicht der belgischen Streitkräfte ist es, die drei Säulen Bekleidung, persönliche Ausrüstung, ballistischer Schutz (sowohl Helm als auch Schutzweste) sowie Sonderelemente wie die Komponenten des persönlichen ABC-Schutzes durch einen Systemintegrator zusammengefasst einzuführen. Dabei soll durch eine modulare Ausgestaltung eine teilstreitkräfteübergreifende Lösung für alle Klimazonen eingeführt werden.

Grund für die Zusammenfassung ist die zerfaserte Beschaffung im vergangenen Jahrzehnt, welche zu teilweise langen Verzögerungen in den Einzelprojekten führte. Von dem neuen integrierten Ansatz erhofft man sich eine zügige Auslieferung und Erhöhung der Versorgungssicherheit. Zudem wird großer Wert auf die Feedbackschleifen aus der in Nutzung befindlichen Ausrüstung und ein daraus resultierender direkter Einfluss auf die Weiterentwicklung gelegt. Durch den Systemgedanken sollen auch eventuelle Kompatibilitätsprobleme der immer komplexer werdenden Einzelkomponenten bereits im Vorfeld erkannt und behoben werden. Interessant ist zudem die Bereitschaft der Streitkräfte, auch beim Tarnmuster neue Wege zu gehen und auf das geradezu emblematische Muster der belgischen Streitkräfte, dessen Wurzeln bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückreichen, zu verzichten.

Der Zeitpunkt für das neue Projekt ist nicht willkürlich gewählt, denn zahlreiche Rahmenverträge laufen im Jahr 2022 aus. Die Laufzeit des BDCS-Vorhabens ist mit einer Dauer von 15 bis 20 Jahren recht lang gefasst. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob durch diesen holistischen Ansatz und der Zusammenfassung der einzelnen Projekte unter dem Dach eines Systemintegrators Probleme wie Lieferverzögerung und Budgetüberschreitung tatsächlich zu lösen sind.

Kristóf Nagy