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Das Spanische Heer (Ejército de Tierra) hat jüngst den spanischen Hersteller Instalaza beauftragt unterschiedliche Versionen der schultergestützten Mehrzweckwaffe C-90 im Wert von 22,4 Millionen Euro zu liefern, dies geht aus übereinstimmenden spanischen Medienberichten hervor.

Die in erste Generation bereits 1983 eingeführte C-90 wurde sukzessive weiterentwickelt und stellt zusammen mit der Alcotán C-100 des gleichen Herstellers den Kern der tragbaren, schultergestützten Wirkmittel der spanischen Streitkräfte. Zuletzt wurden Waffen dieses Typs im Jahre 2015 von Spanien erworben.

Instalaza, der im Nordosten Spaniens angesiedelte und 1943 gegründete Hersteller baut seit den frühen 1950er Jahren schultergestützten Panzerabwehrhandwaffen. Zum Produktportfolie gehören auch Handgranaten, Mörsermunition und seit 1989 die Produktion von optronischen Geräten wie z.B. Nachtsehtechnik. Die Integration des VN38-C Restlichtverstärkers in das C-90 System erfolgte bereits 1996 mit der dritten Produktgeneration des Wirkmittels. Gleichzeitig wurde neben dem Panzerabwehrgefechtskopf eine weitere Patrone zur Bekämpfung von Gebäuden und Feldbefestigungen in Form einer Mehrzweckladung vorgestellt. Die C-90 Familie wurde 2014 durch eine nachladbare Version ergänzt und ist seit 2015 mit der CS Version auch aus geschlossenen Räumen nutzbar. Zudem sind weitere Optiken mit höherer Vergrößerung und auch ein Laserentfernungsmesser integriert worden.

Der aktuelle Auftrag mit einer Laufzeit von vier Jahren umfasst sowohl verschiedene Versionen der C90 CR und CS Versionen, sowie Trainingsgeräte zum Verschießen von unterkalibriger Übungsmunition. Durch die je nach Ausführung zwischen 5,2 und 7,1 kg schweren Wirkmittel können Punktziele bis 300 m und Flächenziele bis 800 m bekämpft werden. Als Zielhilfe dient standartmäßig, sofern nicht durch weitere Mittel ergänzt, eine Optik mit zweifacher Vergrößerung.

Instalaza ist bereits seit den frühen 1970 er Jahren stark auf die Ausfuhr seiner Produkte ausgelegt und exportiert aktuell 75 Prozent seiner Produktion. So wurden 2016 auch über ein Dutzend C-90 Wirkmittel von jemenitischen Rebellen erbeutet. Diese stammen vermutlich aus einer etwa 5.000 Systeme umfassenden Lieferung an die Streitkräfte Saudi-Arabiens welche Mitte der 1990er Jahre erfolgte. Aber auch zahlreiche Ländern Südamerikas sowie Indien und Indonesien kauften Versionen der C-90 Familie. Zuletzt orderte Estland 2018 für 30 Millionen Euro unter anderem die CR Version.

Kristóf Nagy