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Die slowenischen Streitkräfte sollen im Rahmen der Modernisierung mit Gepanzerten Transportkraftfahrzeugen (GTK) Boxer ausgestattet werden. Während des Besuchs der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am 28. Juni 2021 in Ljubljana hat der slowenische Verteidigungsminister Matej Tonin das Ergebnis einer Expertengruppe bekanntgegeben, die empfohlen hatte, 45 geländegängige 8×8 Boxer für die Ausstattung eines Bataillonsäquivalents zu beschaffen.

Das slowenische Verteidigungsministerium werde sich darum bemühen, dass die slowenische Verteidigungsindustrie in möglichst großem Umfang an der Produktion beteiligt wird, kündigte Tonin an. Der Preis hänge von der Ausstattung ab und werde das Ergebnis von Verhandlungen mit der deutschen Seite.

Kramp-Karrenbauer begrüßte die Entscheidung und kündigte die Vertiefung der deutsch-slowenischen Rüstungskooperation an. Bereits 2018 waren die Verhandlungen mit Slowenien zu Beschaffung von GTK Boxer weit gediehen. Der Beitritt Sloweniens zur OCCAR, die das Boxer-Programm für die Bedarfsträger koordiniert, stand kurz bevor. Im Februar 2019 wurde das Programm mit Verweis auf fehlende taktische Studien gestoppt.

Damals war die Beschaffung von 48 Boxern vorgesehen, die sich in der Konfiguration an Litauen anlehnen sollten, dafür waren ursprünglich 306 Millionen Euro vorgesehen. Litauen hat vor allem Boxer mit Infanterieturm und 30-mm-Kanone beschafft. Das Beschaffungsvolumen für die 88 litauischen Boxer (84 Vilkas IFV, vier Vilkas Führungsfahrzeuge und drei Vilkas Missionsmodule Fahrschulfahrzeug) war mit 385,6 Millionen Euro angegeben worden. Die ersten Fahrzeuge wurden Mitte 2019 an die litauischen Streitkräfte übergeben, S&T berichtete.

Falls Slowenien das Boxer-Programm realisiert, wird das Land nach Deutschland, den Niederlanden, Litauen, Australien und Großbritannien der sechste Boxer-Nutzer. Die Bestellmenge würde auf 1.473 anwachsen.

Gerhard Heiming