Video: KMW stattet RCH 155-Radhaubitze mit Hunter-Killer-Fähigkeit aus

André Forkert

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Seit rund zehn Jahren arbeitet Krauss-Maffei Wegmann (KMW) am Artillerie-Geschütz-Modul (AGM), das bereits auf dem Radpanzer Boxer und LKW-Plattformen gezeigt wurde. Mitte August demonstrierte KMW auf dem Truppenübungsplatz in Klietz den neusten Entwicklungsstand der Radhaubitze RCH 155 (Remote Controlled Howitzer 155 mm), einer Kombination aus automatisierter Artillerie-Feuerkraft und hochgeschützter Radmobilität dank des Fahrmoduls GTK Boxer. Dabei wurde neben dem Feuern in der Bewegung, S&T berichtete, auch die so genannte Hunter-Killer-Fähigkeit des Waffensystems präsentiert.

Diese dient der Selbstverteidigung und ermöglicht die Zielbekämpfung im direkten Richten. Die Hunter-Killer-Fähigkeit, wozu sonst eigentlich nur Schützen- und Kampfpanzer in der Lage sind, erlaubt es, dass ein Feuerauftrag und das Suchen des nächsten Zieles parallel ausgeführt werden können. Während der Richtschütze ein Ziel bekämpft, kann der Kommandant so neue Ziele aufklären. Auf Knopfdruck wird die Waffenanlage dann auf das Ziel des Kommandanten geschwenkt, so dass der Bekämpfungsvorgang unverzüglich eingeleitet werden kann, ohne dass der Richtschütze das neue Ziel selbst auffassen muss.

Bei der RCH 155 erfolgt dies in einer leicht abgewandelten Form, da das Waffensystem aufgrund seines hohen Automatisierungsgrades nur von zwei Soldaten bedient wird. Die Besatzung besteht aus einem Kommandanten und einem Kraftfahrer, alle übrigen Tätigkeiten werden von dem Waffensystem selbstständig ausgeführt. Während die Hauptwaffe, dabei handelt es sich um die auch in der Panzerhaubitze 2000 genutzten 155 mm/L52-Rohrwaffe von Rheinmetall, für die Fahrt festgezurrt ist oder einen artilleristischen Feuerauftrag ausführt, kann der Kommandant durch die Optronik der integrierten Fernbedienbaren Waffenstation (FLW 200) eine Zielauffassung vornehmen und auf Knopfdruck die Zielbekämpfung mit der Artilleriekanone auslösen. Das Richten und Laden der Waffenanlage sowie die Schussauslösung erfolgen automatisiert.

In dem zum Artikel gehörenden Video ist zu sehen, wie der Kommandant ein Ziel mit dem in der FLW integrierten Maschinengewehr niederhält beziehungsweise blendet, bis die Waffenanlage zum Einsatz kommen kann. Nach erfolgtem Schuss wird multispektraler Nebel verschossen, um das Ausweichen der RCH 155 aus der Feuerstellung zu decken.

André Forkert