StartBewaffnungRheinmetall erhält mehrere Mörseraufträge der Bundeswehr

Rheinmetall erhält mehrere Mörseraufträge der Bundeswehr

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Die Bundeswehr hat den Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall mit der Modernisierung von 120-mm-Mörsern beauftragt. Darüber hinaus wurden mit dem Konzern mehre Verträge für die Nachbeschaffung von 120-mm-Mörsermunition Neuer Generation (NG) geschlossen. Dies geht aus mehreren jüngst erfolgten Veröffentlichungen auf der europäischen Vergabeplattform TED hervor. Gut informierten Kreisen zufolge sollen die Aufträge ein Gesamtvolumen von rund 27 Millionen Euro haben.

Neben der Ein-/Umrüstung von 70 Liderungsringen in 120-mm-Mörsern soll der Konzern 5.000 Mörserpatronen des Typs „Nebel 120 mm DM75, Neue Generation“ (multispektral) sowie 3.200 Mörserpatronen des Typs „Leucht 120 mm Infrarot DM56, Neue Generation“ an die Bundeswehr liefern.

Ein Liderungsring ist eine spezielle Metallscheibe die zwischen Rohr und Bodenstück des Mörsers eingesetzt wird. Auf diese Weise modifizierte Waffenanlagen sind in der Lage, Mörsermunition mit höheren Gasdrücken zu verschießen. Ohne die Modifikation besteht die Gefahr von so genannten Durchbläsern. In einem solchen Fall entweicht ein Teil des Gasdruckes durch das Gewinde zwischen Bodenstück und Rohr. Dies bedeutet nicht nur eine erhebliche Verletzungsgefahr, sondern auch die signifikante Verminderung der Präzision, da nicht mehr der gesamte Gasdruck zur Beschleunigung der Patrone zur Verfügung steht.

Nur mit derart modifizierten Waffenanlagen darf die seit 2015 in Nutzung befindliche NG-Mörsermunition, die von Rheinmetall im Zuge des Projektes Mörserkampfsystem entwickelt wurde, verschossen werden. Bei der NG-Munition entstehen ebenfalls höhere Gasdrücke als bei den seit Jahrzehnten verwendeten Munitionssorten.

Bei der nun erfolgten Munitionsbeschaffung handelt es sich nach Angaben des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr um Folgebeschaffungen, welche für „zur Bedarfsdeckung kommender Jahre erforderlich“ seien. Offenbar sind die Bestände aus dem vorangegangenen ersten Lieferlos aufgrund des Verbrauchs im Rahmen der Ausbildung stark zurückgegangen. Mit der Folgebeschaffung soll der Depotbestand wieder aufgefüllt werden.

Waldemar Geiger