StartTaktik & AusbildungTaktischer Szenarientrainer mittels Augmented Reality aus Österreich

Taktischer Szenarientrainer mittels Augmented Reality aus Österreich

Waldemar Geiger

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Das im österreichischen Kufstein ansässige Unternehmen MXR Tactics hat in diesem Jahr auf der Fachmesse Enforce TAC in Nürnberg erstmals seine neuentwickelte Augmented-Reality- Szenarien-Trainingslösung für eine behördliche und militärische Schießausbildung vorgestellt. Die Weltprämiere des Systems erfolgte bereits Ende 2021 in Kalifornien auf der AWE (Augmented World Expo), der weltgrößten Messe für Augmented-Reality-Anwendungen.

Die MXR-Trainingslösung verfolgt das Ziel, Streitkräften und Behörden eine flexible, kosteneffiziente und abwechslungsreiche Ausbildung in realer Umgebung zu ermöglichen. So können realistische taktische Einsatzszenarien überall auf der Welt trainiert und geübt werden. Das Training ist sowohl im eigenen Büro, in einem Szenarienhaus, einer Schule oder auch am Flughafen möglich. Diese Ausbildungsmethode soll eine einfache und kosteneffiziente Ergänzung für die herkömmliche Schießausbildung darstellen. Beamten und Soldaten wird so die Möglichkeit gegeben, taktische Abläufe in realer Umgebung häufiger anzuwenden und diese so besser zu verinnerlichen.

Technisch wird dies mittels einer Kombination aus einer Hololense II Augmented Reality-Brille von Microsoft, einer Replika-Waffe und einer HMU (Head Mounted Unit) – es können auf Wunsch unterschiedliche Waffentypen realitätsnah realisiert werden – sowie einer speziellen Softwarelösung und einer Berechnung mittels künstlicher Intelligenz gelöst.

Ausbildungsleiter oder Einsatztrainer können damit Ziele in die beliebige Umgebung projizieren und so unterschiedliche Szenarien kreieren. Diese Ziele werden der zu beübenden Person mittels der AR-Brille sichtbar gemacht, sobald sie den Raum betritt bzw. die Sichtverbindungen zum Ziel herstellt. Werden die Ziele mittels der Replika-Waffe bekämpft, ermittelt die Sensorik der Waffe die jeweilige Treffpunktlage.

Die Ergebnisse werden mittels Analysetool nach dem Training sichtbar gemacht. Somit können der Trainer und der Trainee den Trainingsfortschritt jederzeit abrufen und diesen auch über längere Zeit verfolgen und vergleichen. Dort können je nach Wunsch des Kunden die geforderten Daten – beispielsweise Trefferbild und Reaktionszeit – abgerufen werden.

MXR will das System eigenen Angaben nach stetig weiterentwickeln. Zukünftig soll auch eine Bewegungsanalyse mittels eines so genannten „Ghosting“ möglich sein. Damit können dann Bewegungsabläufe, taktisches Verhalten und Sichtlinien des Trainees im Raum auf einem Bildschirm rückwirkenden nachverfolgt werden.

Die Nutzung des Systems soll gegenüber klassischem Schießtraining mehrere Vorteile bieten. So lassen sich laut Hersteller komplexe CQB-Szenare innerhalb kürzester Zeit in jeglicher räumlicher Umgebung darstellen. Eine spezielle Infrastruktur ist nicht notwendig. Dies spart nach Ansicht des Unternehmens Anmarschzeiten und Betriebskosten, die bei der Nutzung von speziellen Schießanlagen andernfalls anfallen würden. Dadurch, dass auf Trainingsmunition verzichtet werden kann, werden weitere Kosten eingespart.

Das Unternehmen verfolgt den Plan, seine Lösung sowohl als Kauf- oder Mietoption für wenige hundert Euro im Monat anzubieten. So sollen sich auch einzelne Dienststellen das System recht einfach beschaffen können.

Martin Gerstbauer, Mitgründer und CSO des Unternehmens, verweist gegenüber Soldat & Technik darauf, dass auf der Shot Show, der SICUR und der Enforce TAC mehrere Interessenten für das System gewonnen werden konnten.

Er verweist auf folgende Nutzervorteile der Szenarientrainingslösung von MXR Tactics:

  • Keine Munition erforderlich
  • 100 prozentige Reduzierung des Gefahrenpotenzials gegenüber einer herkömmlichen Schießausbildung
  • Jederzeit personenunabhängig durchführbar
  • An jedem Ort in der realen Umgebung in 2 Minuten einsatzbereit
  • Kein Einsatz von Statisten/Rollenmodellen in vorbereiteten Bereichen nötig
  • rasche Qualitäts-& Perfomance Steigerung bei der Übtruppe
  • Daten Analyse und direkte Auswertung & Video-Archivierung aller Trainings möglich
  • Eine Terminplanung oder Reisezeit mit verschiedenen Trainingsteilnehmern für das Schießtraining ist nicht mehr erforderlich
  • Nachvollziehbare Auswertung der Trainings
  • Abwechslungsreicheres Training, so dass stetig neue Reize gesetzt werden können
  • Einfache Anpassung des Trainings

Waldemar Geiger