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QLM-40: Die Besonderheit liegt im Zünder-Design

Waldemar Geiger

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Das spanische Technologieunternehmen Arquimea hat auf der Messe Eurosatory in Paris erstmals seine Loitering Munition vom Typ QLM-40 einem internationalen Publikum vorgestellt. Das Hauptunterscheidungsmerkmal der QLM-40 liegt in einem besonderen Zündmechanismus, wie Jechu Sánchez Loureiro, Defence & Security Business Development & Sales Director bei Arquimea, gegenüber Soldat & Technik erklärte.

Den Ausführungen von Sánchez zufolge, stand die Sicherheit im Fokus der Systementwicklung. Sowohl Plattform, Avionik als auch der elektromechanische Zündmechanismus der QLM-40 seien komplette Eigenentwicklungen. So sind im Zünder mehrere Sicherheitsprotokolle berücksichtigt, die erheblich zur Bedienersicherheit beitragen sollen. Eines der Protokolle sorgt dafür, dass das Wirkmittel erst nach dem Start scharf geschalten werden kann. Ein weiteres Protokoll stellt laut Hersteller sicher, dass sich die QLM-40 innerhalb eines spezifischen Radius rund um den Startpunkt automatisch wieder entschärft.

Der programmierbare Zünder bietet aber auch taktische Vorteile, so kann die QLM-40 mittels Aufschlags- oder Annährungsmechanismus sowie auf Wunsch auch per Knopfdruck zur Detonation gebracht werden.

Den Aussagen des Arquimea-Managers nach, verfügt die QLM-40 über eine hohe Systemreife. So hat das Unternehmen einen Loitering-Munition-Entwicklungsauftrag des spanischen Verteidigungsministeriums gewonnen. Dazu sollen im September 2022 erste destruktive Tests des Gesamtsystems erfolgen. Im Oktober sei dann eine Demonstration vor Vertretern der spanischen Streitkräfte geplant.

Die QLM-40 ist ein kompaktes Wirkmittel mit einem klassischen klappbaren Flügeldesign. Die Länge beträgt 72 cm, die Spannweite im ausgeklappten Zustand beträgt 140 cm. Abhängig vom Gefechtskopf wird ein maximales Fluggewicht von 4,2 kg erreicht. Gestartet wird die QLM-40 aus einem Rohr, welches auch als Packgefäß dient und von einem Soldaten in einem Rucksack mitgeführt, oder mit mehreren Starbehältern gleichzeitig auf Fahrzeugen eingerüstet werden kann. Die Zielsuche erfolgt über eine digitale Tagsichtkamera, dessen Bild in Echtzeit an den Bediener übermittelt wird. Optional ist auch eine Infrarotkamera verfügbar. Die Flugzeit beträgt 12 Minuten, Den Aussagen von Sánchez zufolge, wurden damit bei guten Bedingungen Reichweiten von bis zu 11 Kilometern nachgewiesen.

Der Manager verweist weiterhin darauf, dass die gesamte Plattform modular aufgebaut ist. Kundenspezifische Wünsche lassen sich seinen Worten zufolge somit sofware- und hardwareseitig vergleichsweise einfach umsetzen. Bis auf den Gefechtskopf – welcher leicht austauschbar ist – seien praktisch alle anderen Bestandteile des Systems Eigenentwicklungen von Arquimea. Die Technologien sind darüber hinaus skalierbar. Entsprechende Kundenanfragen vorausgesetzt, können nach Angaben des Herstellers auch sehr schnell größere Versionen der QLM realisiert werden.

Waldemar Geiger