StartBewaffnungK239 Chunmoo – Polen wird südkoreanische Raketenartilleriesysteme beschaffen

K239 Chunmoo – Polen wird südkoreanische Raketenartilleriesysteme beschaffen

Kristóf Nagy

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Die polnischen Streitkräfte beschaffen Raketenartillerie vom Typ K239 Chunmoo aus Südkorea, dies gab der polnischen Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak bekannt. Die K239 Chunmoo setzt die Reihe an Beschaffungen und Kooperationen seitens der polnischen Landstreitkräfte mit der südkoreanischen Rüstungsindustrie fort. Mit dem Hanwha Konzern wurde bereits eine Vereinbarung über die Lieferung von 212 155 mm Haubitzen auf Selbstfahrlafette des Typs K9A1 getroffen. Zudem liefert Hyundai Rotem den Kampfpanzer K2, welcher in Zukunft auch unter Einbindung der polnischen Industrie gefertigt werden soll.

Erst im Mai dieses Jahres hatte Polen die Absicht bekundet, 500 M142 HIMARS (High Mobility Artillery Rocket System) Mehrfachraketenwerfer aus den USA kaufen zu wollen, diese sollen laut Błaszczak weiterhin zulaufen. Laut Erklärung soll die polnische Industrie genauso wie bei dem HIMARS System zu einem gewissen Grad am Geschäft beteiligt werden. Grund für die K239 Beschaffung ist laut Błaszczak die schnelle Verfügbarkeit des südkoreanischen Systems, dessen Zulauf größtenteils bereits im Jahr 2023 erfolgen soll. Die bereits angesprochenen HIMARS Systeme sollen im Anschluss in die Streitkräfte integriert werden.

Bereits im August äußerte sich der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak bezüglich der koreanischen Mehrfachraketenwerfer und bekundete das deutliche Interesse an dem System. Sowohl die Beschaffung der zu dem Zeitpunkt bereits beschlossenen M142 HIMARS, als auch des nun bekanntgegebenen K239 Chunmoo Systems, stellt nicht nur eine quantitative, sondern vor allem eine besondere qualitative Weiterentwicklung der Raketenartillerie der polnischen Streitkräfte dar. Diese besteht bis heute aus sowjetischen 122-mm-Systemen und deren Modifikationen, welche sich im aktuell herrschenden Krieg in der Ukraine als nicht besonders präzise erweisen.

Der mit finanziellen Mitteln des südkoreanischen Verteidigungsministeriums entwickelte Mehrfachraketenwerfer K239 Chunmoo ist seit 2014 im Dienst der einheimischen Streitkräfte und wird federführend von dem Hanwha Konzern produziert. Als Plattform dient ein geländegängiger 8×8 LKW, welcher die Bezeichnung K239L trägt und mit einer gepanzerter Führerkabine und einem luftgekühlten Hyundai Doosan sechs Zylinder Dieselantrieb ausgestattet ist.

Die laut Hersteller um 360 Grad drehbare Werfer-Einheit kann Raketen unterschiedlicher Kaliber aufnehmen. Von den ungelenken 130-mm-Flugkörpern können beispielsweise 20 Stück gleichzeitig aufgenommen werden. Wahlweise stehen auch ungelenkte 227-mm-Raketen zur Verfügung, von denen sechs Stück gleichzeitig in den Startbehälter passen. Zusätzlich ist eine Bestückung mit 239-mm-Raketen möglich, welche mit einer kombinierten GPS-/Trägheitsnavigation ausgestattet sind und laut Hersteller Präzisionsschläge auf Entfernungen von bis zu 160 km ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass der polnische Verteidigungsminister in seiner Stellungnahme von einer Wirkreichweite von bis zu 300 km sprach. Systeme mit diesen Leistungsparametern sind auf dem Markt bereits vorhanden. Ohne der Hersteller zu nennen terminierter der Minister den Beginn der Auslieferung selbiger Raketen für das nächste Jahr.

Kristóf Nagy