StartMobilitätVOP zeigt UGV mit Kongsberg Waffenanlage

VOP zeigt UGV mit Kongsberg Waffenanlage

Kristóf Nagy

Advertisement

Print Friendly, PDF & Email

Das tschechische Unternehmen VOP CZ hat auf der Rüstungsmesse Future Forces 2023 in Prag das unbemannte Bodenfahrzeug (UGV) TAROS V4 gezeigt. Bei dem UGV handelt sich um eine Variante des seit 2014 entwickelten TAROS V2. Für den V4 kooperiert VOP mit dem norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg, dessen Waffenanlage integriert wurde.

Das 1946 gegründete Unternehmen VOP CZ bietet Produkte und Dienstleistungen sowohl im zivilen, als auch militärischen Sektor an. An mehreren Standorten, mit Schwerpunkt im Osten der Tschechischen Republik gelegen, beschäftigt die Firma aktuell etwa 800 Mitarbeiter. Das TAROS V4 Protector UGV weist laut Herstellerangaben eine Länge von 2,83 m und eine Höhe von 1,78 m inklusive der Waffenanlage auf. Die Zuladung des Basisfahrzeugs ohne Waffenanlage beträgt beachtliche 1.000 kg bei einem Leergewicht von 1.500 kg. Der Hybridantrieb ermöglicht eine Reichweite von 40 km im elektrischen Betrieb und 700 km bei der Nutzung des Verbrennermotors. Die Protector RS4 von Kongsberg gehört zu den weltweit am häufigsten verwendeten ferngesteuerten Waffenstationen. Mit einem Gewicht von je nach Spezifikation 135 kg bis 190 kg ohne Bewaffnung ist die RS4 in zahlreiche Fahrzeugtypen integrierbar. Die Anlage ermöglicht einen 36-Grad-Richtbereich und benötigt für eine vollständige Drehung vier Sekunden. Als Waffen sind bisher die Maschinengewehre vom Typ Browning M2 und WKM-B im Kaliber 12,7 mm x 99, das M240, UKM-2000C und M134 Gatling im Kaliber 7,62 mm x 51 sowie das M249 im Kaliber 5,56 mm x 45 integriert. Zudem kann die Anlage mit Granatmaschinenwaffen des Typs MK19, MK47 und dem H&K GMG im Kaliber 40 mm sowie nicht letalen Wirkmittel ausgerüstet werden. Des Weiteren stehen mehrere Panzerabwehrlenkflugkörperrüstsätze zur Verfügung, welche mit einem koaxialen M240 Maschinengewehr betrieben werden können.

Die von VOP auf der Messe gezeigte Version verfügte über einen eingerüsteten Dummy des Browning M2 Maschinengewehr, sowie ein Sensorik- und Feuerleitsystem. Dies ermöglicht die Markierung und Verfolgung von Zielen, die Ermittlung des Vorhaltewinkels beim Bekämpfen bewegter Ziele sowie die Kompensation des Verkantens, sollte das Fahrzeug geneigt stehen. Unterstützt wird die Feuerleiteinheit durch einen Laserentfernungsmesser und eine kombinierte Tag- und Nachtsichtkamera. Welche Sensorik den UGV bei seiner autonomen Missionserfüllung unterstützt, war jedoch nicht in Erfahrung zu bringen. Ein LIDAR System zur Erkennung der Umgebung oder vergleichbare Sensoren sind nicht am Fahrzeug montiert worden. Auch die Kameraausstattung für einen ferngelenkten Einsatz schien sich auf die Waffenanlage zu beschränken.

Die tschechischen Streitkräfte erproben bereits seit 2020 eine 6 x 6 Version des TAROS in der Aufklärungsrolle bzw. im Bereich der elektronischen Kampfführung. Als Versuchsverband dient das 102. Aufklärungsbataillon des tschechischen Heeres. Hier sind neben den UGV auch die Bodenstationen und die logistische Unterstützung zusammengefasst. Ob das TAROS V4 System ebenfalls für die Erprobung in Erwägung gezogen werden könnte, ist indes nicht bekannt.

Kristóf Nagy