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Schützenpanzer Marder an der griechisch-türkischen Grenze

André Forkert

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Griechenland beabsichtigt, die im Rahmen eines sogenannten Ringtauschs aus Deutschland erhaltenen Schützenpanzer Marder an der griechisch-türkischen Grenze in der Nähe des Grenzflusses Evros im Nordosten des Landes zu stationieren, wie im Rahmen des Griechenlandbesuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Oktober bekanntgeworden ist. Die beiden Mittelmeernationen Griechenland und Türkei führen seit Jahrzehnten einen Disput um die jeweiligen Hoheitsrechte im Mittelmeer.

Mitte September vereinbarten die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und ihr griechischer Amtskollege Nikolaos Panagiotopoulos nach Angaben des Verteidigungsministeriums, dass Griechenland der Ukraine zur Unterstützung ihres Kampfes gegen die russische Aggression 40 Schützenpanzer des Typs BMP-1 liefert. Im Gegenzug erhalten die Griechen im Rahmen eines sogenannten Ringtauschs 40 Schützenpanzer Marder aus deutschen Industriebeständen, inklusive dazugehöriger Ersatzteile, Munition und Ausbildung.

Bei den BMP-1 handelt es sich um ehemalige Gefechtsfahrzeuge der NVA. Griechenland hattte Anfang der 90er Jahre insgesamt 500 BMP-1 für rund 50.000 DM pro Fahrzeug von der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Von diesen Schützenpanzern ist aber nur noch ein Bruchteil im Einsatz, der Rest wurde an andere Nationen (Irak) abgegeben, für andere Zwecke umgerüstet (Flugabwehr), zu Hartzielen umgewidmet oder zwecks Gewinnung von Ersatzteilen ausgeschlachtet. Der Einsatzort der verbliebenen Schützenpanzer sind die ägäischen Inseln im Mittelmeer. Somit wird sich der Einsatzort der Marder deutlich von dem der BMP-1 unterscheiden.

Am 17. Oktober trafen die ersten Schützenpanzer Marder aus Deutschland in Griechenland ein. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden insgesamt sechs Schützenpanzer geliefert. Griechische Medien berichteten damals mit großer Freude und Enthusiasmus über die Ankunft der Marder: „Wir können unsere Begeisterung nicht verbergen, denn der Marder stellt eine beispiellose Verbesserung der Manövrierfähigkeit der griechischen Infanterie dar. Zu den Leopard 2A HELs gesellen sich nun endlich frontfähige Schützenpanzer, die in der Lage sein werden, die transportierte Mannschaft zu schützen“, schrieb beispielsweise die griechische Plattform Defencereview.

Die jetzt gelieferten sechs Fahrzeuge nahmen umgehend an der jährlich stattfindenden Militärparade im Rahmen des Ochi-Tages in Thessaloniki am 28. Oktober teil. Es handelt sich um den jährlichen Gedenktag anlässlich der Ablehnung des von Italien gestellten Ultimatums im Jahr 1940, die zum griechisch-italienischen Krieg und zur späteren Besetzung Griechenlands durch die Wehrmacht führte.

André Forkert