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Nachfolger für den Blackhawk – U.S. Army entscheidet sich für die Bell Textron V-280 Valor

Thomas Nielsen

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Die U.S. Army hat sich im Zuge des Future Long-Range Assault Aircraft (FLRAA) Programms, welches das Ziel der Entwicklung eines Blackhawk-Nachfolgers verfolgt, für die V-280 Valor von Bell Textron entschieden, wie aus einer Mitteilung des Unternehmen hervorgeht. Der damit einhergehende Entwicklungsauftrag in Höhe von 1.361.723.332 US-Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) wurde gestern von der Army das Unternehmen vergeben.

Bei der V-280 Valor handelt es sich um ein Kipprotorflugzeug, das konzeptionell dem Versuchsflugzeug Bell XV-15 aus den 1970er Jahren und der V-22 Osprey von Bell Boeing ähnelt, die seit 2007 bei den US-Streitkräften im Einsatz ist. Das Kipprotorprinzip ermöglicht es den an den Flügelspitzen montierten Rotoren, zwischen der horizontalen Einstellung, um Schub für den Vorwärtsflug zu erzeugen, und der vertikalen Einstellung, um Auftrieb für den Senkrechtstart und die Landung zu erzeugen, zu schwenken. Anders als bei der in Betrieb befindlichen V-22 Osprey, bei der die gesamte Triebwerks- und Rotorgondel schwenkbar ist, wird bei der V-280 ein Getriebe zwischen Triebwerk und Rotor eingesetzt, so dass nur der vordere Teil der Gondel mit der Antriebswelle und dem Rotor schwenkbar ist, während das Triebwerk selbst in der horizontalen Position verbleibt.

Der V-280 Valor-Prototyp hat eine Marschgeschwindigkeit von 280 Knoten (520 km/h), eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 300 Knoten (555 km/h) und eine Einsatzreichweite von 930 km. Im Vergleich zum in Betrieb befindlichen UH-60 bedeutet dies eine Steigerung der Geschwindigkeit um etwa 85 Prozent und der Reichweite um 58 Prozent, so dass die V-280 schneller und weiter als bisher Nachschub liefern und Truppen absetzen kann. Die Version der V-280, die in Dienst gestellt wird, wird voraussichtlich eine vierköpfige Besatzung haben und soll 14 voll ausgerüstete Soldaten oder bis zu 4.500 kg Last befördern können.

Darüber hinaus soll die V-280 auch für den Transport von Versorgungsgütern, medizinische Evakuierungen und im Rahmen von humanitäre Hilfseinsätzen eingesetzt werden. Neben den Leistungsverbesserungen wurde die V-280 auch im Hinblick auf eine einfachere Wartung konzipiert, um die Einsatzbereitschaft zu erhöhen und die Wartungskosten zu senken. Neben der FLRAA-Version, die jetzt für die weitere Entwicklung ausgewählt wurde, arbeitet Bell Textron auch an einer bewaffneten Angriffsversion der V-280 als potenzieller Kandidat für den „Medium Attack“-Teil der FVL-Bemühungen, der den AH-64 Apache-Kampfhubschrauber ersetzen soll.

Die erste Inbetriebnahme der V-280 Valor ist für 2030 geplant.

Future Long-Range Assault Aircraft

Absicht des FLRAA-Programms ist die Entwicklung eines Nachfolgers des weit verbreiteten Sikorsky UH-60 Black Hawk als Teil des Gesamtprojekts Future Vertical Lift (FVL). Ziel des FVL-Programms ist die Entwicklung einer Familie leichter, mittlerer und schwerer senkrecht startender und landender Hubschrauber, die im Vergleich zu den derzeit in Betrieb befindlichen Drehflüglern eine größere Reichweite, Geschwindigkeit und Nutzlast bieten sollen. Das FLRAA-Programm umfasst den „Medium Utility“-Teil der FVL.

Obwohl das FLRAA-Programm offiziell 2019 begann, geht es auf das Joint Multi-Role Technology Demonstrator (JMR-TD)-Programm aus dem Jahr 2013 zurück, um Technologien für die FVL zu erforschen, zu entwickeln und zu demonstrieren. Es wurden vier Technologie-Investitionsvereinbarungen geschlossen, und zwar mit AVX Aircraft, Bell Textron, Karem Aircraft und Sikorsky-Boeing. Im Jahr 2014 wurden Bell Textron und Sikorsky-Boeing ausgewählt, woraufhin im Rahmen des JMR-TD-Programms die Prototypen der Bell Textron V-280 Valor und der Sikorsky-Boeing SB-1 Defiant ausgiebig getestet wurden, wobei die Bell Textron-Konstruktion 2017 ihren Erstflug absolvierte und der Sikorsky-Boeing-Konkurrent 2019 folgen würde.

Thomas Nielsen