StartBewaffnungRostec stellt ferngelenkte Waffenstation vor

Rostec stellt ferngelenkte Waffenstation vor

Kristóf Nagy

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Das zum russischen Rüstungskonzern Rostec gehörende Instrumentenwerk Signal hat eine ferngelenkte Waffenstation mit dreibeiniger Lafette entwickelt. Dies gab Rostec am 17. November in einer Stellungnahme bekannt. Der Mitteilungen zufolge sollen die ersten vier Systeme bereits in der Ukraine an der Front erprobt werden.

Die ferngelenkte Waffenanlage ist eine Entwicklung des im südwestlich von Moskau gelegenen Obninsk ansässigen Instrumentenwerk PJSC Signal. Laut Mitteilung entstand das System innerhalb von nur zwei Monaten auf Grundlage einer Anforderung der russischen Streitkräfte in der Ukraine. Die dreibeinige Lafette ist dafür ausgelegt, die für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge aus dem PKM Maschinengewehr entwickelte PKT aufzunehmen. Diese verfügt über ein verstärktes und längeres Rohr, sowie eine elektronische Abzugseinheit. Somit ist auch eine längere Nutzung ohne Rohrwechsel, sowie die einfache Integration in eine ferngelenkte Waffenstation möglich. Zu der Schutzleistung des an der Lafette montierten Schildes war aus der Mitteilungen nichts zu erfahren.

Die Waffenstationen soll Laut Rostec zur Raumüberwachung und Bekämpfung von Zielen wie Einzelschützen und ungepanzerten Fahrzeugen dienen. Zur Zielsuche und Feuerleitung dient eine Full HD Kamera mit 30-facher Vergrößerung. Zudem sei zukünftig die Verwendung von Nachtsehoptiken und Wärmebildgeräten möglich. Die Bedienung der Anlage erfolgt über eine Station, bestehend aus einem LCD Display und einem Joystick, welche auch als kombiniertes Modul verfügbar ist. Die Verbindung zwischen Bediener und Waffenanlage erfolgt höchstwahrscheinlich über ein Kabel und erlaubt laut Hersteller eine maximale Distanz von 1 km. Das Entfernungsband für eine erfolgreiche Zielbekämpfung gibt der Hersteller mit 50 m bis 1.100 m an. Es ist allerdings anzumerken, dass die Mitteilung keinen Entfernungsmesser oder Feuerleitlösungen erwähnt, wobei die Integration solcher Vorrichtungen zur Steigerung der Präzision nicht ausgeschlossen werden können.

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Laut Rostec läuft die Erprobung der vier Anlagen bei dem 247. Luftlande-Regiment der russischen Streitkräfte. Diese hätten auch bei der Entwicklung direkt Einfluss genommen. Offenkundig ist der Bedarf zur Überwachung von Räumen aus sicherer Distanz bei den im Laufe des Krieges hohe Verluste erleidenden russischen Luftlandetruppen gegeben. Bis Ende des Jahres sollen laut Rostec noch weitere fünf Waffenanlagen folgen. Auch die Ukraine hat kürzlich ein ähnliches System eingeführt. So gab das Verteidigungsministerium in Kiew Ende September bekannt, dass die ferngelenkte Waffenanlage mit der Bezeichnung ShaBlia zur Aufnahme von Maschinengewehren oder Granatmaschinenwaffen offiziell eingeführt werde.

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Kristóf Nagy