StartMobilitätKampfpanzer Altay: Version mit türkischem Motor angekündigt

Kampfpanzer Altay: Version mit türkischem Motor angekündigt

Noch haben die ersten Serienmodelle des lange verzögerten einheimischen Kampfpanzer-Projekts Altay die türkischen Streitkräfte nicht erreicht, da kündigt Hauptauftragnehmer BMC Otomotiv bereits eine neue Version an. Während die als T1 bezeichneten ersten 85 der zunächst 250 geplanten Fahrzeuge mit dem südkoreanischen Zwölfzylinder-Dieselmotor DV27K mit 1.500 PS von Hyundai ausgestattet sein werden, soll der anschließende T2 ein von BMC selbst gefertigtes BATU-Triebwerk gleicher Bauart und Leistung erhalten.

Der Altay wird bereits seit 2007 als erstes eigener Kampfpanzer-Design der Türkei mit Hilfe von Hyuandai Rotem entwickelt. Wenig überraschend hat der Typ daher Ähnlichkeiten mit Hyundais K2 Black Panther, ist aber größer und schwerer. Zwei Versuchsfahrzeuge wurden 2012 fertiggestellt und 2016 insgesamt vier Prototypen für Truppenversuche an die türkischen Streitkräfte geliefert. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Beginn der Serienproduktion schneller als ursprünglich geplant innerhalb von zwei Jahren erwartet, innerhalb von zehn Jahren sollten vier Lose mit insgesamt 1.000 Stück hergestellt werden.

Verzögerung durch deutsche Exportbeschränkungen

2018 wurde in der Tat ein Produktionsauftrag an BMC vergeben, die den türkischen Mitentwickler Otokar als Hauptauftragnehmer ablöste. Eine wesentliche Verzögerung ergab sich allerdings, da der geplante Antriebsstrang mit MTU-Motor und Renk-Getriebe aufgrund von Beschränkungen deutscher Rüstungsexporte in die Türkei nicht zur Verfügung stand. 2021 gab BMC daher bekannt, ersatzweise südkoreanische Motoren und Getriebe zu nutzen, bis eine einheimische Lösung verfügbar sei.

2023 lieferte der Hersteller zwei weitere Exemplare für Truppenversuche ab, die er aufgrund der zahlreichen Änderungen als Yeni (neuen) Altay bezeichnete. 2024 begann schließlich die Serienproduktion mit dem Hyundai-Antriebsstrang, und die ersten T1 sollen der Truppe noch in diesem Jahr zulaufen. Mit der jetzigen Ankündigung ist nun klar, dass der BMC-Motor bereits den Großteil des ersten Produktionsloses ausstatten soll. Über weitere Lose ist derzeit noch nichts bekannt.

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Katar hat ebenfalls Altay bestellt

Der Altay hat ein Gefechtsgewicht von 65 Tonnen und ist mit einer 120-mm-Glattrohrkanone von 55 Kaliberlängen des Herstellers MKE bewaffnet, die wiederum auf Hyundais CN08 für den K2 beruht. Hinzu kommen ein koaxiales Maschinengewehr im Kaliber 7,62 mm und eine ferngelenkte Waffenstation mit einem weiteren 7,62- oder 12,7-mm-MG. Die zukünftige Version T3 soll einen unbemannten Turm erhalten. Die hydropneumatische Aufhängung stammt ebenfalls von Hyundai.

Während das südkoreanische Getriebe von SNT Dynamics sechs Vorwärts- und drei Rückwärtsgänge hat, verfügt BMCs eigene Lösung für den T2 nur über zwei Rückwärtsgänge. Die Straßenhöchstgeschwindigkeit beträgt 65 km/h, die Reichweite 450 Kilometer. Neben der Türkei hat auch Katar bis zu 100 Stück bestellt. Die ersten 40 sollten 2020/21 geliefert werden, waren aber ebenfalls von den Verzögerungen in der Entwicklung betroffen.

Stefan Axel Boes