StartStreitkräfteLitauen plant gestaffeltes Verteidigungssystem an Ostgrenzen

Litauen plant gestaffeltes Verteidigungssystem an Ostgrenzen

Litauen will ein insgesamt 50 Kilometer tiefes System zur Verteidigung gegen mögliche Angriffe an seinen Grenzen zu Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad errichten. Das teilte das Verteidigungsministerium des baltischen Staates in der vergangenen Woche mit. Die Befestigungen sollen aus drei Schichten bestehen, die unter anderem Panzersperren, Gräben und Minenfelder umfassen. Damit will man einen Angriff verzögern und im besten Fall stoppen.

Details der ersten Verteidigungslinie.
Details der ersten Verteidigungslinie. (Bild: Litauisches Verteidigungsministerium)

„Litauen geht von individuellen bewegungshemmenden Maßnahmen zu einer einheitlichen Verteidigungslinie mit drei Staffeln über“, erklärte das Verteidigungsministerium auf X. „Das ergibt eine größere Tiefe, stärkere Kontrolle und volle NATO/EU-Integration an unserer Grenze.“ Die Grenze des Landes zu Belarus ist 679 Kilometer, die zu Kaliningrad 275 Kilometer lang. Belarus ist mit Russland seit 1999 in einem „Unionsstaat“ verbunden. 2022 diente das Land auch als Aufmarschgebiet für die russische Vollinvasion der Ukraine.

Litauen will auch Luftverteidigung verstärken

Nach einem vom litauischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Schaubild soll die erste Schicht des Verteidigungssystems fünf Kilometer tief sein und aus Panzerabwehrgräben und -hindernissen, Minenfeldern sowie befestigten Verteidigungs- und Ausweichstellungen mit Schützengräben bestehen. Die 15 Kilometer tiefe zweite Schicht wird Entwässerungsgräben, Lager für Pionierausrüstung und zur Sperrung beziehungsweise Sprengung vorbereitete Brücken umfassen. In der letzten Schicht sind zusätzlich Bäume zum Fällen vorgesehen, um Straßen zu blockieren.

Kürzlich kündigte Litauen außerdem an, seine Luftverteidigung zu verstärken, nachdem am 28. Juli eine unidentifizierte Drohne in seinen Luftraum eingedrungen war. Im Mai war das Land wie auch seine baltischen Nachbarn aus dem Ottawa-Abkommen gegen Anti-Personen-Minen ausgetreten. Derzeit baut die Bundeswehr hier die Panzerbrigade 45 auf, die als erster deutscher Großverband seit dem Zweiten Weltkrieg dauerhaft im Ausland stationiert wird.

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Stefan Axel Boes