StartStreitkräfteUSMC beklagt mangelnde Verfügbarkeit amphibischer Schiffe

USMC beklagt mangelnde Verfügbarkeit amphibischer Schiffe

Das U.S. Marine Corps (USMC) hat angesichts neuer Einsätze in der Karibik die mangelnde Verfügbarkeit amphibischer Landungsschiffe der U.S. Navy beklagt. Wie die amerikanische Military Times berichtet, sei diese auf 41 Prozent gesunken. Laut USMC benötigen die Marines aber eine Verfügbarkeitsrate von 80 Prozent oder mehr, um mit der vorhandenen Anzahl in der Flotte ihre Aufgaben zu erfüllen. Aufgrund des niedrigen aktuellen Prozentsatzes gab es dieses Jahr bereits eine mehr als fünfmonatige Lücke beim Einsatz von Marine Expeditionary Units (MEUs).

Die 31st MEU war bereits Anfang März mit der der Amphibious Ready Group (ARG) um die USS America von See zurückgekehrt. Erst am Donnerstag vergangener Woche legte nun die 22nd MEU mit der USS Iwo Jima ARG ab. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump entsandte sie als Teil eines angekündigten militärischen Vorgehens gegen Drogenkartelle ins Karibische Meer. Die ARG umfasst neben dem Hubschrauber-Landungsschiff Iwo Jima der Wasp-Klasse (LHD-7) die beiden Docklandungsschiffe San Antonio (LPD-17) und Fort Lauderdale (LPD-28) der San-Antonio-Klasse sowie diverse Begleiteinheiten mit insgesamt über 4.500 Seeleuten und Marines.

Umstrittene Militäreinsätze gegen kriminelle Organisationen

Gegenwärtig hält sich der Verband noch vor der US-Ostküste auf, um den Hurrican Erin zu vermeiden. Dieser dürfte das Einlaufen in die Karibik noch bis Mitte dieser Woche verzögern. Zudem wurden nach Medienberichten mindestens ein U-Boot und mehrere Seepatrouillenflugzeuge vom Typ P-8 Poseidon in die Region verlegt. Diese Kräfte sollen dem Präsidenten militärische Optionen zur Bekämpfung des Drogenschmuggels aus Lateinamerika in die USA geben. Die Absicht ist ohnehin umstritten, da die eingesetzten Marines laut Kritikern nicht für die Bekämpfung von Schmugglern ausgebildet sind und etwa Mexiko amerikanische Militäreinsätze auf seinem Territorium abgelehnt hat.

Kürzlich hatte die US-Regierung bereits das mexikanische Sinaloa-Drogenkartell und die aus Venezuela stammende kriminelle Organisation Tren de Aragua als Terrororganisationen eingestuft, was als rechtliche Grundlage für entsprechende Operationen dienen könnte. Militärische Feuerkraft gegen das ausufernde Drogenproblem der USA einzusetzen klingt zwar als populäre Demonstration von Härte immer gut – und ist ja auch Gegenstand diverser Hollywood-Filme – wird aber von Gegnern der Trump-Administration als politischer Stunt abgetan. Ähnliches gilt auch für den Einsatz von Truppen zur Bekämpfung illegaler Einwanderung an der amerikanischen Grenze.

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USMC hat die nötigen Truppen, aber nicht die Schiffe

Unabhängig davon hat die U.S. Navy offenbar ein generelles Problem bei der Instandhaltung ihrer vielgenutzten amphibischen Landungsschiffe. Laut USMC hat die Marine zwischen 2010 und 2021 mehr als zwei Drittel der entsprechenden Wartungsperioden über den geplanten Zeitraum hinaus verlängert. Im Dezember letztes Jahres stellte ein Regierungsbericht fest, dass mehr als die Hälfte der 32 Landungsschiffe in schlechtem Zustand sei. Der Kommandant des USMC, General Eric Smith, hat die niedrige Verfügbarkeit bereits als Krise bezeichnet: er habe zwar die nötigen Truppen für die Aufgaben des Corps, aber nicht die Schiffe.

Die Navy verfügt derzeit noch über sieben LHDs der Wasp-Klasse, nachdem die USS Bonhomme Richard infolge eines durch Brandstiftung entstandenen Feuers während einer Werftliegezeit 2021 abgeschrieben wurde. Bereits in Dienst stehen zwei von elf geplanten Hubschrauber-Landungsschiffen der Nachfolgeklasse America, zwei weitere sind im Bau und eines genehmigt. Von 26 geplanten LPDs der San-Antonio-Klasse sind 13 in Dienst, zwei im Bau und weitere vier bestellt. Zudem gibt es noch sechs ältere Docklandungsschiffe der Whidbey-Island- und vier der ähnlichen Harpers-Ferry-Klasse.

Stefan Axel Boes