André Forkert
Taktische Beweglichkeit im militärischen Kontext bezieht sich auf die Fähigkeit der Truppe, sich schnell, flexibel und effektiv zu bewegen und zu operieren, um sich im Sinne des Eigenschutzes gegnerischen Bedrohungen zu entziehen oder selbst vorteilhafte Positionen einzunehmen. Dies umfasst sowohl die individuelle Beweglichkeit des Einzelschützen als auch die der Trupps, Gruppen oder Einheiten.
Die taktische Beweglichkeit wird durch eine Kombination aus (Kraftfahr-)Ausbildung, taktischer Planung sowie Ausrüstung – hier vor allem durch wendige und noch bemannte Fahrzeuge – sichergestellt. Für bestimmte Einheiten weisen diese Fahrzeuge neben der Wendigkeit auch eine entsprechende Schnelligkeit und/oder Luftverladbarkeit/Luftverlastbarkeit auf. Bei der taktischen Beweglichkeit wird zwischen der leichten Infanterie/Spezialkräften, den Mittleren Kräften sowie den Schweren Kräften unterschieden.
Eine Rolle bei den Fahrzeugen spielen neben der Geländegängigkeit und Geschwindigkeit auch die Fähigkeitsforderungen nach Schutz, Nutzlast, Größe und Gewicht. Diese stehen oft in Konkurrenz zueinander. Über allem steht die Forderung der Auftragserfüllung: Sie ermöglicht es der Truppe, ihre taktischen Aufgaben effektiv zu erfüllen, indem sie sich schnell anpassen und reagieren kann. Dazu sollen die Plattformen eine möglichst hohe Flexibilität bieten.
Taktische Landbeweglichkeit
Die deutschen Spezialkräfte, hier vor allem das Kommando Spezialkräfte, warten auf den Zulauf des Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeuges 2 (AGF2). Hersteller ist der niederländische Off-Road- und Spezialkräftefahrzeughersteller Defenture. Im April 2024 erfolgte die Übergabe der vier Nachweismuster zur sogenannten integrierten Nachweisführung (Erprobung). Das AGF2 basiert auf dem Mammoth von Defenture. Es wird das AGF Serval von Rheinmetall ersetzen und die zukünftige Mobilitäts- und Feuerunterstützungsplattform für die Kommandosoldaten sein. Mit dem Unterstützungsfahrzeug Kommando Spezialkräfte (UFK) wird es eine Unterstützungsvariante geben.
Laut dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bietet die Neun-Tonnen-Plattform des AGF2 eine Nutzlast von 3,5 Tonnen. Bis zu 80 Fahrzeuge sind angedacht. Laut BAAINBw handelt es sich um ein „offen gestaltetes Fahrzeugsystem mit integriertem Minenschutz, welches je nach Bedrohungslage mit ballistischen Schutzkomponenten ergänzt werden kann“.
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