StartStreitkräfteWeitere 112 Panzerhaubitzen K9 für Finnland aus Südkorea

Weitere 112 Panzerhaubitzen K9 für Finnland aus Südkorea

Finnland hat ein Regierungsabkommen zur Beschaffung von weiteren 112 Panzerhaubitzen des Typs K9 Thunder aus Beständen der südkoreanischen Streitkräfte unterzeichnet, wie das Verteidigungsministerium des nordischen Landes am Donnerstag vergangener Woche mitteilte. Der Auftragswert wurde mit rund 546,8 Millionen Euro angegeben und umfasst auch Ersatzteile, Spezialwerkzeug und Prüfgeräte. Die Geschütze sollen ab 2028 geliefert werden und die bereits beschafften 96 K9 ergänzen sowie einen Teil der gezogenen Artillerie Finnlands ablösen.

Die gebraucht beschafften Panzerhaubitzen sollen vor der Indienststellung noch nationale Modifikationen erhalten. Die notwendige technische Infrastruktur im Land ist nach mehreren früheren Lieferungen bereits vorhanden. Die finnischen Streitkräfte hatten 2017 erstmals 48 ebenfalls gebrauchte K9 erhalten und 2021/22 weitere zehn beziehungsweise 38 Stück bestellt. Nach Ende der neuen Lieferung wird die Flotte damit insgesamt 208 Stück umfassen. Südkorea selbst hat über 1.200 seit 1998 produzierte Haubitzen des Typs im Bestand und plant weitere 889 der neuen automatisierten Version K9A3 zu produzieren.

K9 ist bei sechs NATO-Ländern in Dienst

Die Panzerhaubitze K9 Thunder ist neben Südkorea bereits von neun weiteren Ländern bestellt worden, darunter die NATO-Mitglieder Estland, Finnland, Norwegen, Polen, Türkei und zuletzt Rumänien. Das System wiegt 47 Tonnen und erreicht mit einem 155-mm-Rohr von 52 Kaliberlängen Schussweiten von über 40 Kilometern. Das K10 Munitionsfahrzeug auf demselben Fahrgestell kann bis zu 104 Geschosse und 504 Treibladungseinheiten automatisch an die Panzerhaubitze übertragen, auch unter Bedrohung.

Finnlands Nachbar Norwegen hat dem Hersteller Hanwha Aerospace im vergangenen Jahr ebenfalls einen weiteren Auftrag für die K9 erteilt. Dort wird diese als „Versatile Indirect Artillery“ bezeichnet, wobei die Abkürzung Vidar zugleich der Name eines nordischen Rachegottes ist. Die mittlerweile dritte Tranche soll 24 Geschütze umfassen, womit der norwegische Bestand auf insgesamt 52 steigt. Die Lieferung soll bis 2027 erfolgen.

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Stefan Axel Boes