StartStreitkräfteEstland: Drohnen und Flugabwehr statt Schützenpanzern

Estland: Drohnen und Flugabwehr statt Schützenpanzern

Estland hat in der vergangenen Woche sein Beschaffungsprogramm für weitere Schützenpanzer gestoppt. Die dafür vorgesehenen Mittel im Umfang von 500 Millionen Euro sollen stattdessen in unbemannte und Flugabwehrsysteme fließen, wie Verteidigungsminister Hanno Pevkur erklärte. Grund seien Lehren aus dem Ukrainekrieg, Marktbedingungen und ein militärischer Ratschlag des Befehlshabers der estnischen Streitkräfte.

Das baltische Land hatte bislang geplant, sich an einer Gemeinschaftsbestellung von Schweden und vier weiteren NATO-Partnern von bis zu 500 Schützenpanzern des Typs CV90 Mk IV zu beteiligen. Dieser wird noch im zweiten Quartal 2026 erwartet, nachdem Schweden im vergangenen Jahr ein entsprechendes Informationsbegehren herausgegeben hatte. Estland betreibt bereits 44 ehemals niederländische CV9035 Mk III.

Estland will flexibel auf technologische Entwicklung reagieren

Die neuen Mk IV sollten 2029/30 in Dienst gestellt werden. Minister Pevkur sagte nun, dass ein Preisanstieg erwartet werde. Daher werde man statt der Neubeschaffung die Lebensdauer die Lebensdauer der vorhandenen CV90 um zehn Jahre verlängern, was um ein Vielfaches günstiger sei. Zudem nehme die Bedeutung schwerer Systeme auf dem Gefechtsfeld ab. Ein Ersatz der bisherigen Schützenpanzer sei dem militärischen Ratschlag zufolge über den kommenden Zehn-Jahres-Zeitraum nicht sinnvoll.

Aufgrund von Erkenntnissen aus der Ukraine sollten die freiwerdenden Mittel anderweitig zur Erhöhung von Feuerkraft und Mobilität der Streitkräfte, für unbemannte Systeme und die Steigerung des Situationsbewusstsein verwendet werden. Flug- und Drohnenabwehr sowie „Augen und Ohren“ würden daher in den kommenden Jahren gestärkt. Die rasante technologische Entwicklung wie bei neuen Drohnenantrieben und Laserwaffen bedeute außerdem, dass man bei künftigen Investitionen flexibel bleiben müsse.

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Redaktion/sab