Die schwedischen und finnischen Streitkräfte haben eine gemeinsame Bestellung von weiteren insgesamt über 300 geschützten 4×4-Fahrzeugen des Typs Sisu GTP aufgegeben. Das teilte die schwedische Beschaffungsbehörde FMV in der vergangenen Woche mit. Demnach handelt es sich um eine Erweiterung eines bereits getätigten Auftrags, der damit auf mehr als 600 Fahrzeuge steige. Da Hersteller Sisu seine Produktionskapazitäten erweitert habe, könne die erhöhte Gesamtzahl aber im ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmen ausgeliefert werden.
Die Lieferungen an die schwedischen Streitkräfte sollen dabei zwischen 2026 und 2028 erfolgen. Dort wird das Fahrzeug als Terrängbil (TGB) 24 bezeichnet. Die gemeinsame Beschaffung soll Interoperabilität und gemeinsame Versorgung mit Finnland ermöglichen. Sie umfasst diverse Varianten etwa für Transport-, Führungs-, Flugabwehr-, Sanitäts- und ABC-Spüraufgaben. Der Gesamtwert wird mit rund zwei Milliarden schwedischen Kronen (182 Millionen Euro) angegeben.
Sisu GTP in verschiedenen Versionen
Der Sisu GTP wird seit 2018 angeboten. Es handelt sich um ein modulares Geländefahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 16,5 Tonnen und Grundschutz nach NATO-STANAG 4569 Level 1. Der Fahrzeugboden ist gegen Minenwirkung V-förmig ausgelegt. Auch eine ABC-Schutzbelüftung ist vorhanden. Ein Mercedes-Benz OM926 Sechszylinder-Diesel mit 230 kW Leistung beschleunigt das Fahrzeug über ein Allison 3500 Sechsgang-Automatikgetriebe auf eine Straßenhöchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Die Reichweite beträgt über 700 Kilometer.
Der GTP kann in der Aufklärungsversion bis zu fünf, als Truppentransporter zehn Mann oder fünf Tonnen Zuladung aufnehmen. Die Flugabwehrversion für Schweden ist mit dem Radarsystem Giraffe 1X ausgestattet. In Finnland löst das Fahrzeug unter anderem den südafrikanischen RG-32 Scout ab, der auch in Schweden als Terrängbil 16 in Dienst steht. Lettland hatte den Typ ebenfalls bestellt, den Auftrag 2019 nach Beschwerden unterlegener Mittbewerber aber storniert.
Redaktion/sab





