Wie der israelische Spezialist IMCO am 24. Juni 2026 bekannt gab, hat das israelische Verteidigungsministerium einen Rüstungsauftrag im Wert von rund fünf Millionen US-Dollar für elektrische Systeme für gepanzerte Landfahrzeuge der Israel Defence Forces (IDF) platziert. Die IMCO Group ist ein End-to-End-Lösungspartner für fortschrittliche Plattformen und Entwickler und Lieferant von Subsystem-Lösungen zu Land, im Bereich der Luft- und Raketenverteidigung und auf dem Wasser.
Die IMCO Group entwickelt, fertigt und liefert hochentwickelte elektronische und elektromechanische Lösungen und Systeme – sowohl nach vorliegenden Konstruktionsunterlagen (Build-to-Print) als auch nach Spezifikation (Build-to-Spec) – für missionskritische Verteidigungsplattformen sowie für anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Dabei bietet die Firma schlüsselfertige Leistungen, inklusive der Entwicklung, Prüfung, Serienfertigung, Auslieferung und langfristigem Logistik Support (ILS). Die IMCO Group besteht seit 1974.
Dazu erklärte Ariel Kandel, CEO von IMCO: „Dieser Auftrag markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserer langjährigen Partnerschaft mit einem strategischen Kunden und spiegelt das anhaltende Vertrauen in die Kompetenz von IMCO als führender Anbieter elektrischer Systeme für militärische Plattformen wider. Wir sind stolz darauf, mit unseren fortschrittlichen, zuverlässigen und im Einsatz bewährten Lösungen zur Einsatzbereitschaft der israelischen Streitkräfte beizutragen.“
Steigende Nachfrage auch über IDF hinaus
Kandel fügte hinzu, dass die Unternehmensgruppe angesichts der steigenden Nachfrage ihre Fertigungskompetenzen weiter ausbaue und die Produktionskapazitäten erhöhe. Dies umfasst auch die Nutzung des vor rund sechs Monaten eröffneten neuen IMCO-Produktionsstandorts in Rumänien, der das internationale Wachstum der Gruppe unterstützen, die Fertigungsflexibilität steigern und die Betreuung von Kunden in Israel und weltweit verbessern soll.
Der Schwerpunkt der Systeme umfasst unter anderem Systeme zur Lageerfassung (Situational Awareness), Plattformüberwachung und -steuerung, ferngesteuerte Waffenanlagen (RWS), Schutz-, Energie- und Fahrerassistenzsysteme. Dabei schließen die Systeme den sogenannten Sensor-to-Shooter-Cycle vom Sensor beziehungsweise dem Bediener im Fahrzeug und bis hin ins Battle Management System (BMS) und damit als Anbindung zur Führungsebene.
Hauptsysteme von IMCO sind SAVS 360 (360° Situational Awareness Video System) und HUMS (Health & Usage Monitoring Systems). SAVS hat sich laut Anbieter gerade bei den letzten Einsätzen der Israelis bewährt. Die Besatzung – vor allem Fahrer und Kommandant – können bei geschlossenen Luken fahren und führen und behalten dennoch die komplette Übersicht. Das erhöht den Besatzungsschutz. Auch wird es dem Gegner in urbanen oder stark bewaldeten Räumen erschwert, unbemerkt nah an die Fahrzeuge zu gelangen, um zum Beispiel ein IED am Fahrzeug zu platzieren oder auf kurze Distanz eine Panzerabwehrwaffe zu nutzen.

Systeme dürfen Crew nicht zusätzlich belasten
Die Crew weiß immer was im und außerhalb des Fahrzeuges geschieht. Zudem werden alle Fahrzeugschutzsysteme und auch die Fernbedienbaren Waffenanlage/RWS angebunden, um ein Gesamtsystem zu bilden. Der Zugführer hat zudem den kompletten Überblick über alle seine Zug-Anteile, selbst wenn er nicht von vorne führt. HUMS verbindet die Sub-Systeme, von denen immer mehr in modernen Fahrzeugen integriert werden, ohne das jedes Waffenstation, jedes Schutzsystem einen eigenen Bildschirm oder ein eigenes Betriebssystem benötigen.
Das SAVS 360-System bietet eine KI-gestützte Priorisierung von Bedrohungen, verbesserte Entscheidungsgrundlagen für den Fahrer und Kommandant sowie eine nahtlose Integration in die aktiven Schutz- und Waffensysteme des Fahrzeugs. Herzstück von SAVS ist der Data, Video & AI Server (DVAI), hieran sind der Vehicle Mission Computer und alle Fahrzeugsysteme (Sensoren, Anti-Drohnen-Kameras, RWS-Kameras, SA Kameras, etc.) sowie die Monitore/Bedienelemente für Kommandant, Fahrer, Richtschütze und hinteren Kampfraum angebunden.
Über den Vehicle Mission Computer wiederum sind alle Fahrzeug-Sub-Systeme – wie Engine & Fuel, Suspension & Transmission, Electric Power, Chassis & Hatches, Data & Video Network sowie Danger Control System angebunden. Fahrzeuge heute sind intelligent, daher sind Systeme wie SAVS und HUMS notwendig. Aber diese Systeme dürfen die Crew nicht noch mehr belasten, ganz im Gegenteil, sie müssen zu einer Entlastung führen, damit sich die Crew auf ihre Mission und den Kampf konzentrieren kann. Daher müssen sie einfach sein.
Redaktion/AF











