Print Friendly, PDF & Email

Im Projekt des niederländischen Einsatzkampfbekleidungssystem “Defensie Operationeel Kleding System” (DOKS) gibt es Verzögerungen. Grund hierfür sind Rechtsstreitigkeiten. Einer der unterlegenen Anbieter hatte Einspruch gegen die Entscheidung eingereicht. Eine Überprüfung seitens des niederländischen Verteidigungsministeriums ergab Hinweise auf ungenaue Formulierungen, weshalb die Entscheidung zunächst zurückgezogen wurde. Somit rechnen die Streitkräfte der Niederlande erst Mitte 2023 mit Beginn der ersten Auslieferungen.

Als Zwischenlösung erhalten die für Auslandseinsätze vorgesehenen Kontingente Kampfbekleidung in Multicam. Die übrigen aktiven Soldaten und Reservisten werden mit einer Übergangs-Kampfbekleidung ausgestattet, welche bereits in dem für DOKS neu entwickelten Tarnschema “Netherlands Fractial Pattern” ausgeführt sein wird. Die verbesserte provisorische Kampfbekleidung basiert auf der Uniform des Korps Mariniers, welche sich wiederum grob an der klassischen BDU der US-Streitkräfte orientiert. Sie bietet zwar noch nicht die Qualität der geplanten neuen Kampfuniform, weist aber höheren Tragekomfort als die derzeit gängige Uniform im DPM-Muster auf. Die genaue Zusammensetzung des Zwischenlösungs-Bekleidungspakets wird derzeit zwischen der Beschaffungsbehörde und den Teilstreitkräften abgestimmt. Als Kosten sind keine 50 Millionen Euro vorgesehen, negative Auswirkungen auf andere Vorhaben werden nicht erwartet.

Die Niederlande hat Mitte 2016 beschlossen, die Streitkräfte mit einer moderneren persönlichen Schutzausrüstung auszustatten. Die Umsetzung begann 2017. Nach einer Erhöhung des Verteidigungshaushaltes wurde 2018 beschlossen, das anfänglich für einen Teil der Streitkräfte bestimmte Projekt auf die kompletten Streitkräfte zu erweitern. DOKS ist für alle niederländischen Soldaten aller Teilstreitkräfte bestimmt. Insgesamt sollen etwa 40.000 bis 45.000 Soldaten der Marine, des Heeres, der Luftwaffe und der Militärpolizei mit dem neuen Kampfbekleidungssystem und Gefechtshelm ausrüstet werden. Die Militärpolizei erhält den Helm in einer schwarzen Ausführung.

Im Gegensatz zu den 40.000 DOKS-Grundausstattungssätzen verläuft die Beschaffung der 40.000 neuen Helme planmäßig. Die ausgewählten Modelle (S&T berichtete) stammen von Galvion (vormals Revision) und laufen in mehreren Losen bis Jahresende zu.

Die Einführung der moderneren DOKS bleibt jedoch insbesondere aufgrund der schützenden Eigenschaften dieser Bekleidung von unverminderter Bedeutung. Sie soll schrittweise ab 2023 kommen.

Jan-Phillipp Weisswange