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Flyer Defense LLC gab bekannt im August Fahrzeuge an General Dynamics Mission Systems in Scottsdale (Arizona) ausgeliefert zu haben. Dieser Auftrag wurde erst im Mai 2020 vergeben, Flyer lieferte die Fahrzeuge einen Monat früher, als vertraglich vereinbart. Diese im Rahmen des „Army Ground Mobility Vehicles“ Programmes (A-GMV) ausgelieferten Fahrzeuge vom Typ Flyer 72 werden bei General Dynamics Mission Systems mit dem Tactical Electronic Warfare Light (TEWL) System ausgerüstet. Damit wird eine zentrale Forderung der U.S. Army in Bezug auf die Anforderung an die elektronische Kriegsführung für Luftlandeeinheiten erfüllt. Im Anschluss an die Einrüstung der Komponenten werden die Fahrzeuge direkt an die Luftlandeeinheiten der U.S. Army ausgeliefert.

Der A-GMV 1.1 ist geeignet um die Airborne Infantry Combat Teams (deutsch: Luftlande-Infanterie-Einsatzgruppe) im Rahmen von Luftlande- und luftbeweglichen Operationen als luftlandefähige Mobilitätsplattform zu unterstützen. Das 5,33 Meter lange Fahrzeug hat ein Leergewicht von 3.100 kg. Die Nutzlastkapazität ist auf 2.800 kg ausgelegt. Es ist mit Lastenschirmen abwerfbar oder als Innen- und Außenlast durch die Standard-Hubschrauber der U.S. Army transportierbar. Das offene Design des Fahrzeugs erlaubt unterschiedlichste Missionsrollen und kann so vielfach modifiziert werden.

A-GMV im Video (Video: Flyer Defense)

Missionspaket TEWL

Das Tactical Electronic Warfare System Light (TEWL) verleiht die entsprechende Fähigkeit für die leichten Flyer 72/A-GMV Fahrzeuge der BCTs. Es wird ähnliche und zum Teil sogar identische Hard- und Software wie beim Tactical Electronic Warfare System (TEWS – deutsch: Taktisches System der elektronischen Kriegsführung) genutzt.

Das TEWS ist eine Quick Reaction Capability (QRC; deutsch: Schnellreaktionsfähigkeit), die den Brigade Combat Teams (BCT) Unterstützung bei der Elektronischen Kriegsführung (Electronic Warfare Support (ES)) und bei elektronischen Angriffen (Electronic Attack – EA) bietet. Jedes TEWS-System besteht aus einem integrierten Paket von Radiofrequenz-Antennen (RF) und -Empfängern, Prozessoren und EA-Hardware. Die TEWS-Verarbeitung umfasst maschinenlernende Signalerkennungssoftware sowie die Integration von Signaldetektoren der Intelligence Community (IC) und EA-Techniken.

Mit dem TEWL steht den US-Streitkräften ein allwetterfähiges, rund um die Uhr nutzbares EloKa-System zur Verfügung. TEWL ermöglicht es, feindliche Kräfte anhand derer spezifischer elektromagnetischer Signaturen frühzeitig aufzuspüren, zu lokalisieren und zu identifizieren. Neben der Möglichkeit kinetische Gegenmaßnahmen einzuleiten bietet TEWS den Nutzern die Option mit weniger-letalen Waffen/Systemen zu reagieren. Die Fähigkeiten des Feindes können beispielsweise gestört werden.

Zusätzliche Flyer für das USSOCOM

Neben ausgewählten Infanterieverbänden der U.S. Army wird das Fahrzeug auch im U.S. Special Operations Command (USSOCOM) genutzt. Erst im August hatte das USSOCOM einen Folgeauftrag in Höhe von 48,9 Millionen US-Dollar an General Dynamics Ordnance and Tactical Systems (GD-OTS) für die Produktion des Ground Mobility Vehicle (GMV) 1.1 vergeben, S&T berichtete.

Die Nutzung von USSOCOM GMV 1.1 während einer Vorführung. (Video: USSOCOM)

Die Konfiguration der A-GMV Fahrzeuge der U.S. Army und die GMV 1.1 Varianten des USSOCOM unterscheiden sich, da das US-Heer das A-GMV aus Gewichtseinsparungserwägungen auf das Basis-Fahrzeug reduziert hat. In der Heeres-Ausführung finden in dem Fahrzeug bis zu neun Soldaten Platz. Während die U.S. Army das Fahrzeug für mittlere Entfernungen einsetzen will, nutzt das USSOCOM es als weitreichendes Aufklärungsfahrzeug.

André Forkert