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Vertreter der U.S. Army haben auf der Konferenz „National Defense Industrial Association’s Armaments, Robotics and Munitions“ angekündigt, die optimale Größe einer US-Army-Infanteriegruppe zu untersuchen, wie aus US-Medienberichten hervorgeht.

Verantwortlich für die Durchführung der Studie ist das Maneuver Battle Lab der U.S. Army in Fort Benning. Aus Sicht von Brigadegeneral David Hodne, General der Infanterie und Kommandeur der Infanterieschule der U.S. Army  ist diese, für das Fiskaljahr 2021 vorgesehene Studie längst überfällig, wie military.com berichtet.

Technologischer Fortschritt und die Einführung neuer Systeme wie beispielsweise der taktischen Datenbrille IVAS, der NGSW-Handwaffensystemgeneration und von unbemannten Kampfsystemen machen diese Untersuchung notwendig. Die Studie verfolgt laut den Medienberichten das Ziel, die Einflüsse neuer Systeme auf die Gefechtsführung zu erforschen und Ableitungen für Strukturanpassungen zu bestimmen. Die Untersuchung der Gruppengröße sei dabei nur der erste Schritt. Die letzte Anpassung der Größe einer Infanteriegruppe erfolgte vor mehreren Jahrzehnten. Seitdem setzt sich eine Infanteriegruppe der U.S. Army, egal ob leichte oder mechanisierte Infanterie, aus neun Soldaten zusammen.

Grenzen

Brigadegeneral Hodne dämpfte auf der Konferenz zu hohe Erwartungen an eine revolutionäre Größenanpassung der Gruppenstruktur, selbst wenn das Ergebnis der Studie beispielsweise eine elf Soldaten starke Gruppe empfehlen würde. Seinen Angaben nach beeinflussen nicht nur taktische Gesichtspunkte eine solche Entscheidung. Strukturorganisatorische Einflüsse, Personalkosten aber auch Begrenzungen im Fahrzeugdesign müssten mit bedacht werden. Insbesondere das Design der Gefechtsfahrzeuge hat einen erheblichen Einfluss auf die Gruppengröße. So hat die U.S. Army festgelegt, dass auch der Nachfolger des Schützenpanzers Bradley über eine Absitzstärke von neun Soldaten verfügen soll. Dieses noch nicht entwickelte Fahrzeug soll bis weit in die nächste Hälfte dieses Jahrhunderts hinein genutzt werden.

U.S. Marine Corps

Das U.S. Marine Corps (USMC) hat in jüngster Vergangenheit eine ähnliche Studie durchgeführt. Diese kam zu dem Ergebnis, dass die Gruppengröße auf 15 Marines angehoben werden sollte. Die USMC-Gruppe sollte um einen System- und Gerätebediener sowie einen stellvertretenden Gruppenführer erweitert werden. Der Gerätebediener soll den Einsatz einer Reihe kleiner Drohnen und Bodenroboter steuern. Der stellvertretenden Gruppenführer soll den Gruppenführer bei der Koordinierung des Feuers und der Bewältigung der zunehmenden Informationsflut entlasten.

Die empfohlene Gruppenstruktur wäre wie folgt:

  • Gruppenführer
  • Stellvertretender Gruppenführer
  • System- und Gerätebediener
  • Drei Trupps mit je einem Truppführer und drei Marines

Eine damit einhergehende Strukturanpassung wurde 2018 für das Jahr 2020 angekündigt, jedoch bis heute nicht umgesetzt.

André Forkert und Waldemar Geiger