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Die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld hat eine Vereinbarung zur Beteiligung der niederländischen Streitkräfte an der multinationalen Spezialkräftemission Takuba in der Sahel-Zone unterschrieben. Die Unterzeichnung erfolgte gestern im Zuge eines Besuches der französischen Verteidigungsministerin Florence Parly in Paris, wie das niederländische Verteidigungsministerium mitteilte.

Demnach sollen bereits nächste Woche zwei niederländische Stabsoffiziere in die Sahelzone aufbrechen, ein Verbindungsoffizier zum Hauptquartier der Operation Barkhane im Tschad sowie ein Nachrichtenoffizier zum Takuba-Hauptquartier in Ménaka, Mali. Wie groß der gesamte niederländische Beitrag an der Task Force Takuba sein wird, wurde nicht bekanntgegeben.

Es ist jedoch bekannt, dass sich niederländischen Streitkräfte bereits seit geraumer Zeit an anderen Missionen in der Region beteiligen, darunter auch die EU-Ausbildungsmission in Mali (EUTM Mali).

Operation Barkhane – Task Force Takuba

Die Operation Barkhane, die von Frankreich in Partnerschaft mit den G5-Sahelländern geführt wird, wurde am 1. August 2014 gestartet. Sie basiert auf dem strategischen Ansatz der Partnerschaft mit den wichtigsten Ländern des Sahel-Sahara-Streifens: Burkina-Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad. In der Endstufe soll sie rund 5.100 Soldaten vereinigen, deren Aufgabe es ist, bewaffnete terroristische Gruppen zu bekämpfen und die Streitkräfte der Partnerländer zu unterstützen, damit sie dieser Bedrohung in Zukunft eigenständig Rechnung tragen können.

In der Region sind mit MINUSMA, EUTM Mali, EUCAP Sahel Mali und EUCAP Sahel Niger weitere Missionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union aktiv.

Am 27. März 2020 verabschiedeten die Regierungen von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Mali, Niger, der Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Tschechien und des Vereinigten Königreichs eine politische Erklärung, in der sie sich für die Schaffung einer Task Force innerhalb der von Frankreich geführten Operation Barkhane aussprachen. Neben den erwähnten Ländern haben auch Belgien, Dänemark, die Niederlande sowie Portugal Truppen zugesagt. Deutschland unterstützt nur politisch, eine aktive Beteiligung deutscher Streitkräfte an Takuba ist derzeit nicht geplant, auch wenn die Regierung dieser zugestimmt hat. Jedoch bilden Spezialkräfte der Bundeswehr seit 2018 im Rahmen der Mission Gazelle nigrische Spezialkräfte aus. Die Federführung hier haben die Kampfschwimmer, unterstützt von Fallschirmjägerkräften.

Im Rahmen von Takuba bilden die europäischen Einsatzkräfte Truppen aus der G5-Sahelzone aus, rüsten sie aus, unterstützen und begleiten sie in ihrem laufenden Kampf gegen islamische Dschihadisten.

Am 15. Juli hatte die Task Force Takuba in Mali ihre Anfangsbefähigung (Initial Operating Capability/IOC) erreicht. Takuba wird von Frankreich geführt und soll zu einer multinationalen Truppe von Spezialkräften werden. Nach Informationen aus Paris dient die Task Force Takuba als ein „neues Beispiel für eine starke Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern“. Sie werde die fünfte taktische Wüstengruppe (Groupement Tactique Désert/GTD) bei der regionalen Antiterrormission Operation Barkhane bilden. Zu den GTDs gehören auch Komponenten der Logistik und Luftbeweglichkeit.

Waldemar Geiger