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Zahlreiche Streitkräfte haben ihren Handwaffenbestand jüngst erneuert, tun dies gegenwärtig oder wollen es demnächst tun, darunter die Bundeswehr. Dabei können viele Wege zum Ziel führen.

Streitkräfte modernisieren ihre Handwaffensysteme, um die individuelle Feuerkraft im Hinblick auf Präzision, Reichweite, Wirkung im Ziel sowie Zuverlässigkeit und Schussfolge zu erhöhen. Weiterhin sollen moderne Handwaffensysteme eine bessere Ergonomie aufweisen und das Gewicht der Kampfbeladung reduzieren. Einen weiteren Aspekt bildet die zunehmende Vernetzung auf dem Gefechtsfeld.

Die Beschaffung eines neuen Handwaffensystems beschränkt sich nicht nur darauf, – salopp formuliert – „tacticoolere Knarren“ auf Kammer zu legen. Selbst ohne Systemansatz wären damit zu viele weitere Maßnahmen verbunden. So gehen mit der Neubeschaffung Umstellungen bei der Bevorratung von Ersatzteilen, Peripheriegerät und ggf. der Munition einher. Weiterhin sind Anpassungen der Wartungs- und Instandsetzungsprozesse und der technischen Dokumentation zu berücksichtigen. Ebenso müssen meist Waffen-, Schieß-, Taktik- und Technikausbildung modifiziert werden. Nicht zu unterschätzen sind überdies die Anpassungen von Lafetten, Waffenhalterungen und Verstaumöglichkeiten in Fahrzeugen. Oftmals bedarf es auch noch Anpassungen der Infrastruktur. Daher sind gerade bei größeren Organisationen wie Streitkräften vor allem querschnittliche Handwaffensysteme in der Regel auf lange Nutzungsdauern ausgelegt. Komplette Neubeschaffungen erfolgen meist erst nach tief einschneidenden technologisch-taktischen Umbrüchen oder wenn sich ein gerüstetes System nicht mehr ausreichend modernisieren oder gar versorgen lässt. Das kommt vor, denn unverständlicherweise stuft nicht jeder Staat Handwaffen als nationale Schlüsseltechnologie ein. Anders als Streitkräfte können kleinere Organisationen hingegen sich meist etwas flexibler zeigen und beispielsweise kürzere Erneuerungsintervalle anwenden oder Sonderlösungen beschaffen.

Aus dem „System of Systems“-Ansatz ergeben sich grundsätzlich drei Möglichkeiten, den Handwaffenbestand zu modernisieren: Aptierung/Kampfwertsteigerung vorhandener Bestände, Beschaffung möglichst marktverfügbarer modernerer Systeme oder Initiativen zur Neuentwicklung von Systemkomponenten bzw. ganzer Systeme.

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