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Der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman hat mit der „Sky Viper Chain Gun“ jüngst eine Bewaffnungsoption für fliegende Systeme vorgestellt. Laut Angaben des Herstellers erwägt die U.S. Army die Nutzung der Sky Viper als Bewaffnung in zukünftigen Hubschraubern. Die ersten der 20-mm-Kanonen werden gerade hergestellt, um dann als Prototypen durch die U.S. Army evaluiert zu werden.

Seit einiger Zeit wird schon ein anderes 20-mm-Waffensystem getestet, die XM915 Gatling-Kanone von General Dynamics Ordnance and Tactical Systems. Der Test und damit ein möglicher Vergleich mit der Sky Viper soll der U.S. Army dabei helfen festzulegen, welche Waffenart sich am besten für eine Nutzung im Future Attack Reconnaissance Aircraft (FARA) eignet.

FARA soll zusammen mit dem Future Long-Range Assault Aircraft (FLRAA) ab dem Jahr 2030 in die Hubschrauber/Future Vertical Lift-Architektur eingeführt werden und das Rückgrat der Luftnahunterstützung und Luftlandeoperationen bilden. Die U.S. Army plant, FARA mit einer 20-mm-Kanone auszustatten, unabhängig davon, welches Luftfahrzeug letztendlich ausgewählt wird.

Sowohl die GD XM915 Kanone als auch die Sky Viper werden durch das Army Combat Capabilities Development Command Armaments Center evaluiert und getestet, das mit beiden Unternehmen zusammenarbeitet und die Projekte finanziert. „Diese 20-mm-Kanone soll im Vergleich zu anderen auf dem Markt befindlichen Gatling-Geschützen eine überlegene Leistung bieten“, sagte Quinn Canole, stellvertretender Direktor der Guns Operating Unit von Northrop, während der Vorstellung.

Die Sky Viper basiert auf dem M230-Waffensystem, das derzeit im Kampfhubschrauber Boeing AH-64 Apache zum Einsatz kommt. In der Sky Viper werden jedoch neue Technologien integriert, um Gewicht und Rückstoß zu reduzieren.

Northrop Grumman sieht die Chain-Gun-Technologie im Vorteil gegenüber anderen Systemen, zum Beispiel einer Gatling, weil sie zuverlässig und wartungsfreundlich ist und eine höhere Genauigkeit aufweist. Gatlin-Waffen haben zwar eine sehr hohe Kadenz, sind aber gerade bei der Feuereröffnung eher langsam, bis die Waffe ihre volle Geschwindigkeit erreicht hat.

Die neue Waffe wird einen verminderten Rückstoß haben und damit die Belastung der Flugzeugzelle erheblich verringern. Auch wird erwartet, dass das neue Geschütz eine höhere Feuerrate als die jetzt im AH-64 Apache genutzte Waffe aufweisen wird. Der Hersteller wird bei der Entwicklung auch auf seine Erfahrungen aus den 30-mm-Munitionstechnologien nutzen, um fortschrittliche 20-mm-Geschosse zu entwickeln. „Diese sollen eine deutlich verbesserte Wirkleistung gegen eine Reihe von Zielen wie Truppen, unbemannte Luftfahrzeuge, Dreh- und Starrflügler und andere Objekte im Kampfgebiet aufweisen“, so Canole.

Im späten Frühjahr oder Frühsommer soll der erste voll funktionsfähige Prototyp vorliegen. Die U.S. Army wird beide Waffensysteme von General Dynamics und Northrop evaluieren, um Aussagen bezüglich Größe, Gewicht, Leistung, Genauigkeit und die nahtlose Integration in die Gesamtplattform bewerten zu können.

André Forkert