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Norwegen beschafft weitere Javelin FGM-148 Panzerabwehrlenkflugkörper und dazugehörige Komponenten sowie Dienstleistungen im Wert von 36 Millionen US-Dollar. Am Dienstag teilte die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) mit, dass das Außenministerium der Vereinigten Satten dem Geschäft zugestimmt hat. Die Javelin ist ein Panzerabwehrlenkflugkörpersystem mittlerer Reichweite, welches nach Angaben der norwegischen Streitkräfte gegen Panzer und andere gepanzerte Ziele auf eine Entfernung von bis zu 2500 Metern eingesetzt wird.

Das erste Los dieses Typs wurde bereits 2009 in dem skandinavischen Land eingeführt. Seit 2017 lief die Suche nach einem moderneren System. Nun entschieden sich die Streitkräfte Norwegens doch für die Folgebeschaffung des gleichen Produkts.

Norwegen enthielt ab 2006 insgesamt 100 Javeline Startgeräte und 526 Lenkflugkörper. Die Indienststellung erfolgte ab 2009. 2017 wurden bekannt, dass die Fachleute des norwegischen Heeres ein alternatives Lenkflugkörpersystem suchen, mit der auch Hard- und Soft-Kill Abwehrsysteme russischer Bauart zuverlässig überwunden werden können. Dieses Bestreben hat man offenbar vorerst aufgegeben, da die Entscheidung erneut für das Produkt des Joint Venture bestehend aus Raytheon und Lockheed Martin viel.

Das nun beauftragte Los umfasst 120 Javelin FGM-148 Lenkflugkörper sowie zwei Serienmuster für die Abnahme im scharfen Schuss (sogenannte Fly-to-Buy Exemplare), sowie 24 Stück Javelin Block 1 Command Launch Units (CLUs) Umrüstsätze mit denen ein Teil der vorhandenen Block 0 Startgeräte modernisiert werden können. Das Paket beinhaltet zudem noch Ersatzteile für die bestehende Flotte, sowie technischen und logistischen Support.

Die Ankündigung kommt zu einer Zeit in welcher das Javelin-Panzerabwehrsystem zumindest in Europa zunehmend vom Spike Lenkflugkörper unter Druck gesetzt wird. Das israelische System verzeichnete unlängst einige lukrative Aufträge. Für die FGM-148 wiederum entschied sich zuletzt Litauen. Das baltische Land hat Ende letzten Jahres bekannt gegeben seinen Bestand bis 2024 für weiter 10 Millionen US-Dollar aufstocken zu wollen.

Kristóf Nagy