Print Friendly, PDF & Email

Der Schweizer Munitionsspezialist RUAG Ammotec hat mit der .375 SWISS P ein neues Kaliber für Scharfschützengewehre vorgestellt, dies teilte das Unternehmen heute mit. Erste Munitionssorten sollen bereits dieses Jahr verfügbar sein. Das Vollmantelgeschoss wird bereits für April angekündigt, ein Hartkerngeschoss soll dann zum Jahresende folgen.

Das neue Kaliber ist leistungsstärker als das .338 Lapua Magnum. Gemäß Unternehmensangaben ist es aber mit gängigen .338 LM Waffensystemen kompatibel, erfordert dafür aber einen Rohrwechsel. Verschluss- oder Magazintausch sind nicht erforderlich.

„Die .375 Swiss P schließt die ballistische Leistungslücke zwischen .338 Lapua Magnum (8,6 mm x 70) und .50 Browning Machine Gun (12,7 mm x 99)“, so das Unternehmen. Somit besteht eine gewisse Ähnlichkeit zum Einsatzportfolio des US-Kalibers .375 CheyTac (9,5 mm x 77).

Der Leistungszuwachs der .375 Swiss P gegenüber der .338 Lapua Magnum beträgt etwa 40 Prozent. „Das 350 Grain (22,7 Gramm) schwere Vollmantelgeschoss erreicht aus einem 30“/76 cm-Lauf bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 865 m/s eine Mündungsenergie von 8.500 Joule im Vergleich zu 6.100 Joule bei der .338 LM“, so RUAG Ammotec. Der maximal zulässige Gasdruck beträgt 4.200 bar.

Um die Präzision zu steigern wurde der Schwerpunkt des .375 SWISS P Projektils möglichst weit in den hinteren Bereich des Geschosses verlagert. (Foto: RUAG Ammotech)

Die Leistungssteigerung, bei vergleichbaren Patronenmaßen, wurde durch Nutzung eines abgestimmten „Hochleistungs-Treibladungsmittel sowie durch die Patronenkontur mit zurückgesetztem Rand („Rebated Rim“)“ erreicht. Das Desing der neuen Patrone erlaubte ein größeres Pulverraumvolumen gegenüber der .338 LM.

Um die Präzision zu steigern wurde der Schwerpunkt des .375 SWISS P Projektils möglichst weit in den hinteren Bereich des Projektils verlagert. Dies wurde erreicht indem in der Spitze des Vollmantelgeschosses eine Metalkugel eingesetzt wurde. Diese bildet dort ein „Leervolumen“ und weist eine geringere Dichte als der Bleikern auf. Das Resultat ist ein verbesserter ballistischer Koeffizient gegenüber herkömmlichen Long Range-Matchgeschossen mit Hohlspitze und Torpedoheck, da bei dieser Lösung eine aerodynamisch günstigere, geschlossen Geschossspitze genutzt wird.

Ballistische Vergleichstabelle
  .338 LM fBall 16.3 g .338 LM Target 19.4 g .375 SWISS P Ball 22.7 g
Distanz (m) v (m/s) E (J) v (m/s) E (J) v (m/s) E (J)
0 855 5958 810 6364 865 8492
100 807 5308 768 5726 826 7751
200 760 4707 728 5143 784 6981
300 713 4143 689 4609 744 6276
400 670 3659 652 4123 704 5631
500 625 3184 616 3679 667 5043
600 583 2770 581 3275 630 4508
700 541 2385 548 2909 595 4021
800 502 2050 516 2579 562 3680
900 462 1740 485 2282 529 3182
1000 425 1472 456 2016 499 2822
1100 390 1240 428 1777 469 2499
1200 354 1021 401 1560 441 2208
1300 326 866 375 1367 414 1946
1400 312 793 351 1197 388 1710
1500 301 738 332 1069 364 1500
1600 291 690 319 987 341 1323
1700     309 927 326 1204
1800     301 877 315 1127

„Die .375 Swiss P besitzt eine Überschall-Einsatzreichweite von über 1.500 Metern und das Vollmantelprojektil produziert auf dieser Distanz mit 1.500 Joule mehr als doppelt so viel Energie wie die .338 LM mit 250 Grains (16,3 Gramm) Vollmantelgeschoss. Auch das .375 Swiss P-Hartkerngeschoss mit einem Kern aus einer Wolframkarbid und Cobalt Legierung sowie geschlossenem Boden und kleiner, offener Hohlspitze überzeugt durch seinen effektiven Aufbau, der auf Maximalpenetration, auch von Hartzielen, ausgelegt ist“, so das Unternehmen weiter. Dadurch können unter Schutzwesten (SK 4) nach Angaben von RUAG Ammotec unter Normalbedingungen bis zu einer Distanz von 600 Metern durchschlagen werden.

Waldemar Geiger