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Die größte US-Teilstreitkraft plant die Modernisierung ihrer Batterieversorgung für tragbare, soldatenzentrische Systeme wie Funk- und Navigationsgeräte, Nachtsichtmittel sowie optisches und optronisches Waffenzubehör. Neben der Reduzierung der logistischen Komplexität durch Standardisierung spielt auch die erhoffte Kostenreduktion eine große Rolle.

Das Programm läuft unter dem Titel Small Tactical Universal Battery (STUB) und wird von dem 1973 gegründeten und im texanischen Austin beheimateten Army Futures Command (AFC) bzw. der Unterabteilung Command, Control, Communications, Computers, Cyber, Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (C5ISR) Center vorangetrieben. Grundsätzlich handelte es sich um die Weiterentwicklung des Conformal Wearable Battery (CWB) Programms, welche mittels einer flachen Batterie, welche am Rücken in einer Weste getragen werden kann, die Versorgung zahlreicher Geräte bereits jetzt ermöglicht. Ziel ist es die Bandbreite der möglichen Verbraucher deutlich zu erhöhen und acht unterschiedlich große Batterien mit identischen Anschlüssen und Spannung zu entwickeln, mit denen alle Geräte im System Soldat flexibel und theoretisch auch skalierbar betrieben werden können.

Die Absicht der Ingenieure des C5ISR ist nicht weniger als die Schaffung eines geräteübergreifenden Standards, welcher in Zukunft die Stromversorgung der genannten Gerätekategorie sicherstellen soll. Die Entwickler des C5ISR heben dabei hervor, dass durch den immer größer werdenden Verbrauch der Geräte und die anstehenden deutlichen Innovationen rund um das System Soldat die Zeit günstig sei für solch ein Bestreben.

Auch die Industrie soll von dem Vorhaben profitieren, da durch die Einheitlichkeit Planungssicherheit entstünde und keine Entwicklungsarbeit rund um die Integration der Stromversorgung anfallen würde. Zudem arbeitet das C5ISR auch an unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten wie klemmen, aufschieben oder aufdrehen um die Flexibilität der Industrie bei der Entwicklung neuer Geräte zu erhöhen und unterschiedliche Lösungen insbesondere bei beengten Bauräumen zu ermöglichen.

Die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten sollen final mit allen Batteriegrößen möglich sein. Ein weiterer Nutznießer der Entwicklung wird zweifelsohne die Logistik der U.S. Army bis auf die unterste Ebene sein. Durch die Interoperabilität der Batterien wird Lagerhaltung und auch Versorgung deutlich vereinfacht.

Neben der reduzierten Komplexität und Erhöhung der Versorgungssicherheit bei steigendem Energiebedarf erhofft sich das Entwicklungsteam vom STUB Projekt auch einen fiskalen Vorteil. Anstelle einer zerfaserten und schlecht planbaren Batteriebeschaffung soll ein deutlich verschlankter Prozess treten, welcher langfristigere Rahmenverträge mit potenziell besseren Konditionen in Bezug auf Kosten und Verlässlichkeit der Lieferketten verspricht.

Kristóf Nagy