StartBewaffnungEnforcer X: MBDA gibt weitere Details zur Panzerabwehrversion des Enforcer bekannt

Enforcer X: MBDA gibt weitere Details zur Panzerabwehrversion des Enforcer bekannt

Waldemar Geiger

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Nach Angaben von MBDA Deutschland ist eine Verfügbarkeit der als Enforcer X bezeichneten Panzerabwehrversion des Enforcer-Flugkörpers ab 2024 möglich. Das System würde große Analogien zum „Leichten Wirkmittel 1800+“ aufweisen, welches derzeit von der Bundeswehr eingeführt wird, sagte Guido Brendler, Sales & Business Development Director von MBDA Deutschland, während seines Vortrages auf dem Frühjahrssymposium des Förderkreises Deutsches Heer e.V. am Mittwoch dieser Woche.

Bereits vor wenigen Monaten hatten Vertreter von MBDA Deutschland ein Familienkonzept für den Flugkörper Enforcer angekündigt haben. Die Bundeswehr hatte MBDA Deutschland Ende 2019 mit der Herstellung und Lieferung von Enforcer-Lenkflugkörpersystemen beauftragt. Die in den deutschen Streitkräften unter dem Namen Leichtes Wirkmittel 1800+ bezeichneten Fire-and-Forget-Systeme sollen schultergestützt zum Einsatz kommen und Ziele in einer Entfernung bis zu 2000 m zielgenau bekämpfen können. Nach derzeitigen Planungen soll das System 2024 den Spezialkräften der Bundeswehr zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zum Enforcer, welcher über einen Multi-Effekt Gefechtskopf mit Multimode-Zünder verfügt, ist für den Enforcer X ein Gefechtskopf mit einer Tandem-Hohlladung vorgesehen. Damit wäre die Panzerabwehrvariante des Lenkflugkörpers in der Lage auch stark gepanzerte sowie mit Reaktivschutz der dritten Generation versehene Gefechtsfahrzeuge – auch in der Bewegung – auf Distanzen von bis zu 2.000 Meter bekämpfen zu können.

Dadurch, dass bis auf den Gefechtskopf, alle weiteren Baugruppen und Bedienelemente gleich sind, würde das System MBDA zufolge hohe Synergien und Vorteile für Ausbildung und Logistik gegenüber dem Leichten Wirkmittel 1800+ aufweisen.

Die Entwicklung des Systems stellt keine Überraschung dar, die Bundeswehr hat bereits vor Ausbruch des Ukraine Krieges – wo sich schultergestützte Fire-and-Forget-Panzerabwehrsysteme im Übrigen Tag täglich bewähren und zum ukrainischen Kampferfolg beitragen – ein „Konzept plattformungebundene Panzerabwehr der Bundeswehr“ entwickelt. Im Rahmen des März 2020 gezeichneten Konzeptes wurden unter anderem auch Forderungen für zukünftige Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr aufgestellt. Neben rein ballistisch verschossenen Systemen wie beispielsweise der Panzerfaust bzw. einem Nachfolgersystem, sollen auch leichte Lenkflugkörpersysteme eine wichtige Rolle in der zukünftigen Panzerabwehr der Bundeswehr übernehmen.

Waldemar Geiger