StartBewaffnungFCS 14: Aimpoint zeigt neues Multi-Waffensystem-Feuerleitvisier

FCS 14: Aimpoint zeigt neues Multi-Waffensystem-Feuerleitvisier

Waldemar Geiger

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Der schwedische Visierspezialist Aimpoint hat auf der Messe Eurosatory in Paris erstmals das FCS 14, ein neues Feuerleitvisier für multiple Waffensysteme, vorgestellt. Die Serienproduktion für das Feuerleitvisier, mit dem das Unternehmen bereits erste erfolgreiche Schussversuche absolviert habe, sei in 2024 zu erwarten, sagte Magnus Andersson, Vertriebsleiter Feuerleitsysteme bei Aimpoint, im Gespräch mit Soldat & Technik. Das FCS 14 wird dann in Verbindung mit einer breiten Palette von Waffensystemen – vom .50 Maschinengewehr, über Granatmaschinenwaffen, bis hin zu allen gängigen schultergestützten Waffen – genutzt werden können.

Gezeigt wurde in Paris das System auf dem Kleinflugkörper Enforcer von MBDA, der derzeit für die Spezialkräfte der Bundeswehr als Wirkmittel 1800+ eingeführt wird. Das ist  durchaus aufsehenerregend, da der Enforcer – genauso wie das Wirkmittel 90 von DND – bis jetzt nur mit dem Dynahawk-Visier von Hensoldt verschossen werden konnte, welches aber Insidern zufolge aufgrund seines hohen Preises in Verbindung mit den integrierten Waffensystemen nicht als exportfähig gilt.

Anderssons Angaben zufolge ist Aimpoint derzeit mit vielen Herstellern im Gespräch, um deren Waffensysteme in das FCS 14 zu integrieren. Das ist seiner Erklärung nach vergleichsweise einfach. Es müsse lediglich eine entsprechende mechanische Adapterplatte gefertigt sowie die ballistische Tabelle der jeweiligen Waffe in die Feuerleitsoftware des FCS portiert werden.

Das aus Polymeren gefertigte FCS 14 ist nach Angaben des Herstellers frei von jeglichen ITAR-Komponenten und mit einem Systemgewicht von 1,5 Kilogramm (nur Optik) bzw. etwa 2 Kilogramm (Optik mit Wärmebildkanal) vergleichsweise leicht. Zum Vergleich das Dynahawk wiegt 2,2 Kilogramm (nur Optik). Das Grundgerät FCS 14 verfügt über einen direkten optischen Kanal sowie weitere Sensoren wie Laserentfernungsmesser, Lagesensoren für Elevation und Neigung, Gyroskop, GNSS-Empfänger und Kompass. Auch eine so genannte Kompensator-Fähigkeit ist vorhanden, mittels der das FCS 14 mit dem Waffensystem kommuniziert und beispielsweise die Temperatur der Munitionstreibladung abfragt, um eine entsprechende Korrektur der ballistischen Werte vorzunehmen. Zudem ist das FCS 14 in der Lage, mit programmierbaren Munitionssorten Daten auszutauschen und diese somit für einen entsprechenden Wirkeffekt – beispielsweise eine punktgenaue Zündung – zu programmieren.

Bei schlechten Sichtverhältnissen kann die Optik in Kombination mit Nachtsichtbrillen genutzt oder um das Wärmebildnachsatzgerät ergänzt werden, welches neben der Thermalsensorik auch über einen Low-Light-Nachtsichtkanal verfügt. Die erzeugten Bilder werden dem Nutzer in diesem Fall fusioniert zur Verfügung gestellt.

Schlussendlich ist die neue Feuerleitoptik von Aimpoint für eine Vernetzung vorbereitet. Dies soll es Andersson zufolge ermöglichen, dass das FCS 14 in Zukunft mit einem Battle Management System oder anderen Feuerleitvisieren kommunizieren kann. Welcher genaue Datenaustausch am Ende stattfinden soll und welche Fähigkeiten somit für den Schützen realisiert werden, wollte Andersson zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, „es sind erst Gespräche mit den Waffensystemherstellern und potentiellen Nutzern vorgesehen, um die gewünschten Funktionen zu erarbeiten“, so Andersson.

Waldemar Geiger