StartTaktik & AusbildungABITS – Biometrische Daten sollen simulationsgestützte Schießausbildung optimieren

ABITS – Biometrische Daten sollen simulationsgestützte Schießausbildung optimieren

Kristóf Nagy

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Der Europäische Verteidigungsfonds (EDF) unterstützt die Entwicklung des von einem Unternehmensverbund vorangetriebenen Advanced Biometrics In Training and Simulation (ABITS) Project. Dies gab das mit der Projektleitung betraute Simulationsspezialist Guardiaris bekannt. Neben dem slowenischen Unternehmen ist auch noch die für ihre Blickforschung bekannte Viewpointsystem GmbH und der Spezialist für intelligente Materialien Smartex Teil des Entwicklungsverbundes.

Erklärtes Ziel des ABITS Projekts ist die Entwicklung einer witterungsunabhängigen taktischen Indoor-Trainingslösung, welche eine integrierte und datengesteuerte Leistungsindikation der Ausbildungsteilnehmer bereitstellt. Dabei sammelt das System über physiologische Sensoren die individuellen Daten jedes Teilnehmers und kann neben der faktischen Trainingsleistung auch Vitalwerte aufnehmen, welche Rückschlüsse zu Aufmerksamkeitsspanne, Kognitiver- und Stressbelastung, sowie Wohlbefinden der Teilnehmer zulassen. Durch die optionale Platzierung der Sensoren in der Simulationsumgebung und nicht am Körper der Nutzer wird eine natürliche Bewegung und ein realistisches Ausrüstungs-Setup sowie ein ebenso lebensnaher Trainingseffekt erzielt. Ergänzend können aber auch am Körper getragene Sensoren zum Einsatz kommen. Laut den Entwicklern erlaubt ABITS zukünftig die Bereitstellung von zahlreichen Leistungsindikatoren als empirischen Wert in Echtzeit und das während laufender militärischer Ausbildung im Rahmen von Simulationen. Die ermittelten Werte könnten im Anschluss als Grundlage unterschiedlichster Bewertungen dienen und die grundsätzliche Leistungsevaluierung des Ausbildungsteilnehmers qualitativ deutlich verbessern.

Das ABITS Projekt sei dabei geradezu prädestiniert, um die Verbesserung der Ausbildung an komplexen Waffensystemen wie ferngesteuerten Waffenstationen (RCWS), schultergestützten Waffen wie Panzerabwehrhandwaffe oder Man Portable Air Defense System (MANPADS), oder dem Einsatz unbemannten Boden- bzw. Flugsystemen. Die vollständig digitalisierten Waffennachbildungen dienen dabei nicht nur als Handhabungsträger und Übungswaffe innerhalb der Simulationsumgebung, sondern auch als Träger für die physiologischen Sensoren. Im nächsten Schritt erlaubt die Echtzeiterfassung der Teilnehmerdaten die dynamische Anpassung des Trainingsszenarios, angepasst an den individuellen Leistungsstand. Laut den Entwicklern soll so die Stressresistenz der Teilnehmer bei gleichzeitiger Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten gezielt und der persönlichen Leistung angepasst weiterentwickelt werden. Um die Auswertung und daraus resultierenden Anpassungen zu ermöglichen, ist auch das Identifizieren von Schlüsselparameter im Leistungsspektrum der Ausbildungsteilnehmer ein Aspekt des ABITS Projekts. Neben der Steigerung der Überlebensfähigkeit durch Erhöhung der kognitiven Ressourcen und Steigerungen der individuellen Stressresistenz soll so der Fokus auf der Verbesserung der Handhabung und Erhöhung des Gefechtswerts der Soldaten liegen.

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Die Sensortechnologie basiert einerseits auf der von der österreichischen Viewpointsystem GmbH entwickelten Smart Glasses, die auf der Eye Tracking Technologie fußend die Ermittlungen zahlreicher Parameter ermöglichen. Anderseits wird die benötigte Sensorik, insbesondere im Bereich der körpergebundenen Rezeptoren von Smartex, einem italienischen Spezialisten für intelligente Materialien bereitgestellt. Diese erlauben unter anderem Rückschlüsse auf Herzwerte und Muskelaktivitäten. Die Laufzeit des von dem EDF der Europäischen Union unterstützten Projektes wird von Dezember 2022 bis Dezember 2024 angegeben.

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Kristóf Nagy