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Mangart 25 – Valhalla Turrets mit der Entwicklung eines 25-mm-Flugabwehrkanonensystems für 4×4-Fahrzeuge beauftragt

André Forkert

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Der slowenische Spezialist für unbemannte Turmsysteme Valhalla Turrets  ist von den slowenischen Streitkräften im Rahmen das Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojektes Mangart 25 mit der Entwicklung eines technologischen Modells für ein leichtes, ferngesteuertes Flugabwehrsystem beauftragt worden. Das System soll in ein leichtes taktisches Fahrzeug vom Typ JLTV 4×4 integrierbar sein. Einer Ende Mai 2023 auf der europäischen Vergabeplattform TED veröffentlichten Meldung zufolge hat der Auftrag einen Gesamtwert von rund vier Millionen Euro.

Der Entsprechende Vertrag wurde vom slowenischen Verteidigungsminister Marjan Šarec am 7. Juni 2023 unterzeichnet, wie aus einer jüngst veröffentlichen Pressemitteilung des slowenischen Unternehmens Guardiaris, einem Spezialisten und Unterauftragnehmer des Entwicklungsprojektes, hervorgeht. Der Mitteilung zufolge wird ein Konsortium, bestehend aus mehreren slowenischen Unternehmen, in den kommenden 24 Monaten an der Entwicklung des unbemannten Flugabwehrturms arbeiten. Generalunternehmer des Konsortiums ist Valhalla Turrets, weitere beteiligte Unternehmen sind ASH, Carboteh Technologies, Leokom und Guardiaris.

„Das technische Modell von Mangart 25 wird über eine beeindruckende Palette von Fähigkeiten verfügen. Ausgestattet mit einer Kanone des Kalibers 25 mm wird es in der Lage sein, unbemannte Luftfahrzeuge und andere Luft- oder Bodenziele in einer Entfernung von bis zu 3000 Metern zu bekämpfen. Darüber hinaus verfügt das System über ein 7,62-mm-Maschinengewehr, ein elektro-optisches Ziel- und Beobachtungsgerät und ein AESA-Radar (Active Electronically Scanned Array)“, heißt es in der Mitteilung.

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Eines der herausragenden Merkmale des Mangart-25-Turms soll der Mitteilung zufolge eine modulare Bauweise sein, die eine nahtlose Integration mit anderen Fahrzeugen der slowenischen Streitkräfte ermöglicht. Mit minimalen Anpassungen kann es Waffen unterschiedlichen Kalibers sowie zusätzliche Subsysteme wie Laserwarnsysteme, akustische Geschosssensoren, Panzerabwehrsysteme, Boden-Luft-Raketen und unbemannte Luftfahrzeuge aufnehmen. Darüber hinaus kann das System mit modernsten Technologien wie Algorithmen des maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz für fortschrittliche Zielerkennungs-, Identifizierungs- und Verfolgungssysteme erweitert werden.

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Mangart 25

Nach Informationen der Soldat & Technik wird die Hauptbewaffnung des unbemannten Flugabwehrkanonenturms aus einer 25-mm-Maschinenkanone des Typs KBA von Rheinmetall im Kaliber 25 mm x 137 bestehen. Der Doppelgurtzuführer (DGZ) der KBA erlaubt es, die Waffenanlage mit unterschiedlichen Munitionssorten zu versorgen, sodass das Waffensystem für die Bekämpfung eines breiten Zielspektrums geeignet ist. Dank der doppelten Zuführung können gleichzeitig Munitionsarten der Sorten AP (Armour-piercing) sowie Munition mit Air-Burst-Fähigkeiten zur Flugabwehr an der Waffe verfügbar sein.

FlugabwehrkanonenturmMangart 25 Graphik Valhalla Turrets
Optional können zudem Lenkflugkörper zur Panzer- und / oder Flugabwehr am Turm integriert werden. (Graphik: Valhalla Turrets)

Das Co-Axial-Maschinengewehr – für Slowenien ein FN Herstal FN MAG – verfügt über einen Munitionsvorrat von mehr als 1.000 Patronen. Optional können zudem Lenkflugkörper zur Panzer- und / oder Flugabwehr am Turm integriert werden.

Der BANS Alarmstimulator für in Flugzeugen installierte Sensoren zur Warnung vor Flugkörpern von Carboteh, einem Spinoff des slowenischen Simulationsspezialisten Guardiaris, wird ebenfalls als Bestandteil des Effektorenmix des Mangart 25 sein. BANS steht für Battlefield Anti-Aircraft Non-lethal System und kann sowohl allein oder im Verbund mit Fliegerfäusten eingesetzt werden. Die aus der Waffe ausgesendeten Signale sind nach Angaben des Herstellers in der Lage, eine anfliegende Bedrohung zu simulieren und so alle auf dem Markt eingeführten Flare-Selbstschutzsysteme von Flugzeugen zu täuschen. Die Warnsysteme eines Luftfahrzeuges reagieren auf das BANS-Signal und leiten automatisierte Gegenmaßnahmen ein, indem Flare-Täuschkörper ausgelöst werden. BANS ist laut Hersteller somit in der Lage, Luftfahrzeuge dazu zu zwingen, Gegenmaßnahmen einzuleiten und die eigenen Abwehrmittel einzusetzen, ohne dass eine tatsächliche Bedrohung existiert. Sind alle Täuschkörper verbraucht, ist das Luftfahrzeug quasi schutzlos und kann leichter durch Flugabwehrsysteme – wie beispielsweise MANPADS – bekämpft werden.

Entwicklung mit Potenzial

Die Entwicklung des Systems zielt zunächst auf eine Nutzung des Turms auf 4×4-Fahrzeugen des Typs JLTV der slowenischen Streitkräfte ab, von denen Slowenien nach derzeitigem Stand 129 Fahrzeuge bestellt hat und somit nach Belgien der zweitgrößte Nutzerstaat dieses Fahrzeugtyps in Europa sein wird. Mit einem Gefechtsgewicht von rund einer Tonne (inkl. Munition) eignet sich dieses System jedoch den Aussagen des Herstellers nach auch für weitere Gefechtsfahrzeuge der 10-Tonnen-Gewichtsklasse, wie z.B. dem LMV von Iveco Defence Vehicles oder dem Eagle V von General Dynamics European Land Systems.

André Forkert