StartStreitkräfteAlon 2025: zweite australisch-philippinische Übung endet

Alon 2025: zweite australisch-philippinische Übung endet

Am heutigen Freitag endet die zum zweiten Mal stattfindende bilaterale Übung Alon (Tagalog für Welle). Dabei handelt es sich um eine der größten Auslandsaktivitäten der australischen Streitkräfte. Seit 2023 trainieren sie gemeinsam mit philippinischen Kameraden die Verteidigung von Territorien in oder an der Grenze zu auch von China beanspruchten Gebieten im Südchinesischen Meer. Mit einem geplanten Kooperationsabkommen wollen beide Länder ihre militärische Zusammenarbeit noch vertiefen.

Große Teile des australischen Kontingents verlegten im Lufttransport auf die Philippinen.
Große Teile des australischen Kontingents verlegten im Lufttransport auf die Philippinen. (Foto: Australisches Verteidigungsministerium/Neil Bradbury)

Alon 2025 begann am 15. August und umfasste etwa 1.600 australische, 1.500 philippinische sowie 500 Soldaten weiterer Nationen. Geübt wurde auf den und um die Inseln Palawan und Luzon. Von Seiten des australischen Heeres war eine Kampfgruppe des 8/9th Battalion, Royal Australian Regiment (RAR) beteiligt, die per Lufttransport verlegt wurde. Unterstellt waren eine leichte und eine motorisierte Infanteriekompanie, ein Kavalleriezug mit fünf ASLAV-25 (australische Version des amerikanisch-kanadischen LAV-25 auf Basis des Piranha 8×8), ein Pionierzug, zwei 155-mm-Haubitzen M777 sowie weitere Unterstützungstruppen.

Verbündete üben bei Alon zu Land, Luft und See

Die Royal Australian Navy entsandte zudem den Lenkwaffenzerstörer HMAS Brisbane, der gemeinsam mit einer Kompanie des 2nd Battalion, RAR amphibische Landungsoperationen unterstützte. Seitens der Royal Australian Air Force waren zwei Kampfflugzeuge F/A-18F Super Hornet, drei Störflugzeuge EA-18G Growler sowie ein Seepatrouillenflugzeug P-8A Poseidon beteiligt, unterstützt von C-130J Hercules, C-17A Globemaster III und KC-30A MRTT für Lufttransport und -betankung.

Die philippinischen Streitkräfte beteiligten sich mit zwei Bataillonen der Marineinfanterie, Einheiten der 7. Infanteriedivision „Kaugnay“ und der gepanzerten Division „Pambato“ sowie Spezial- und Unterstützungskräften. Außerdem eingesetzt wurden eine Lenkwaffenfregatte der Jose-Rizal-Klasse, Kampfflugzeuge vom Typ FA-50PH Fighting Eagle und A-29 Super Tucano sowie Hubschrauber S-70i Black Hawk, AW109 und T-129 ATAK. Von dritter Seite nahmen rund 350 U.S. Marines der amerikanischen Marine Rotation Force Darwin mit vier MV-22B Osprey Kipprotorflugzeugen und die kanadische Fregatte HMCS Ville de Québec teil.

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Kooperationsabkommen soll Infrastruktur für Australien verbessern

Mit dem geplanten Kooperationsabkommen soll die Infrastruktur für die australischen Streitkräfte auf den Philippinen weiter verbessert werden. Vorbild ist eine amerikanisch-philippinische Vereinbarung aus dem Jahr 2014. Während des Kalten Krieges betrieben die USA dauerhafte große Einrichtungen wie den Marinestützpunkt Subic Bay und die Clark Air Force Base in dem Land. Nach dem Sturz des Diktators Ferdinand Marcos verbot die philippinische Verfassung von 1987 jedoch die permanente Stationierung ausländischer Streitkräfte.

Philippinische Marineinfanteristen gehen bei San Vincente an Land.
Philippinische Marineinfanteristen gehen bei San Vincente an Land. (Foto: Australisches Verteidigungsministerium/Kym Smith)

Mit der zunehmenden Bedrohung durch chinesische Territorialansprüche bemühten sich die Philippinen wieder um verstärkte Unterstützung durch Verbündete. Seit 2014 unterhalten die USA hier eine rotierende militärische Präsenz. Australien nutzt mittlerweile den ehemaligen US-Stützpunkt Clark für Patrouillenflüge seiner P-8 über dem Südchinesischen Meer. China, das seine Gebietsansprüche dort zunehmend aggressiv vertritt, kritisiert diese ausländische Präsenz scharf. Erst kürzlich rammte ein chinesischer Zerstörer ein eigenes Küstenwachschiff, als beide ein Schiff der philippinischen Küstenwache bedrängten.

Stefan Axel Boes