Auf der kürzlich beendeten Rüstungsmesse DSEI 2025 in London zeigte Polaris Government and Defense sein zusammen mit dem U.S. Marine Corps (USMC) entwickeltes leichtes taktisches Fahrzeug MRZR (gesprochen M-Razor) Alpha 1KW mit dem mobilen Mörsersystem Alakran. Das Fahrzeug war bereits auf der diesjährigen Ausstellung Modern Day Marine in den USA vorgestellt worden und beruht auf dem vor einigen Jahren eingeführten Alpha, das 1KW im Namen steht für die elektrische Leistung, die diese Variante über drei Ports an andere Verbraucher abgeben kann. Mittlerweile existiert auch eine XP-Variante mit fünf Kilowatt exportierbarer Leistung.
Das mobile Mörser-Waffensystem (MMWS) Alakran von Milanion NTGS aus Spanien, in den USA als Scorpion bezeichnet, war wiederum schon 2023 auf dem auch von Spezial- und Luftlandekräften der Bundeswehr genutzten Polaris MRZR-D4 vorgeführt worden. Der mit einen ausklappbaren Arm am Fahrzeugheck montierte Mörser wird nach dem Halt auf dem Boden abgestellt, mittels Tablet auf die Zielkoordinaten gerichtet, und kann innerhalb von 30 Sekunden den ersten Schuss abgeben. Ebenso kann das Fahrzeug die Feuerstellung innerhalb von 20 Sekunden wieder verlassen.
Polaris bietet auch Aufrüstung auf 1KW-Standard an
Waffenseitig können verschiedene Mörser im Kaliber 81 oder 120 mm genutzt werden. Eine integrierte Rohrkühlung gestattet eine dauerhafte Feuergeschwindigkeit von 16 Schuss pro Minute. Alakran wird bereits von mehreren Nationen wie Australien, Indien und Saudi-Arabien auf verschiedenen Fahrzeugen genutzt und ist auch in der Ukraine im Einsatz. Kürzlich schloss das USMC Tests in der Kombination mit dem MRZR Alpha 1KW ab.
MRZR Alpha gibt es als Zwei- oder Viersitzervariante, der Antrieb erfolgt mittels eines Common-Rail-Turbodiesel und Achtgang-Automatikgetriebe. Die Nutzlast beträgt beim Zweisitzer 635, beim Viersitzer 907 Kilogramm. Das Fahrzeug ist mittels Lastenschirm luftlandefähig und lässt sich im Innenraum von Transportflugzeugen, -hubschraubern und V-22 Kipprotorflugzeugen transportieren. Existierende Plattformen können mit eine Bausatz mit dem entsprechenden Konverter und zugehöriger Verkabelung sowie einem Software-Update auf den 1KW-Standard aufgerüstet werden.
Stefan Axel Boes




