Bislang gab es nur Bilder von Prototypen, jetzt sind die beiden ersten Serienfahrzeuge da: Bei KNDS in München fand am gestrigen Mittwoch das offizielle Rollout des Kampfpanzers Leopard 2 A8 statt. Je ein Exemplar ist für die Bundeswehr und die norwegischen Streitkräfte vorgesehen. Zudem präsentierte der Hersteller die neue Panzerhaubitze 2000 A4.

Äußerlich ist der Leopard 2 A8 vor allem durch die neue Turmform mit sichtbar erhöhtem Schutzniveau einschließlich Bombletschutz und des abstandsaktiven Schutzsystems Trophy aus Israel zu erkennen. Innerlich ist er voll digitalisiert und hat komplett neugestaltete Bedienelemente. Der Kommandant verfügt nun über ein digitales Periskop mit Laser-Entfernungsmesser. Auch die Wärmebildgeräte wurden modernisiert.
Mehr Schutz, mehr Kühlung, mehr Gewicht
Neben dem Turm hat auch das Fahrgestell einen verbesserten modularen Schutz und ist für zusätzlichen Minenschutz vorbereitet. Der Panzer verfügt über ein neues Kühlaggregat und eine Klimaanlage für die Besatzung. Für den gestiegenen Energiebedarf gibt es ein neues Hilfsaggregat mit 20 Kilowatt Leistung. Das Gesamtgewicht klettert auf knapp unter 70 Tonnen. Dafür wurde auch das Fahrwerk verstärkt.
Die Antriebsleistung bleibt allerdings bei 1.100 Kilowatt (1.500 PS), wodurch die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h sinkt. Die Bundeswehr, die zunächst 123 Stück bestellt hat, weist darauf hin, das es sich beim Leopard 2 A8 anders als allen vielfach kampfwertgesteigerten Vorgängervarianten seit der Version A4 tatsächlich um Neubaufahrzeuge handelt.
Pistorius kündigt 75 weitere Leopard 2 A8 an
Laut Bundesverteidigungsminister Pistorius, der beim Rollout sprach, sollen im kommenden Jahr weitere 75 Stück bestellt werden. In unbestätigten Medienberichten ist von Plänen für bis zu 1.000 neuen Leopard 2 bis 2035 die Rede, die dann vermutlich auch Versionen nach dem A8 einschließen werden. Von der aktuellen Variante hat Norwegen 54 mit einer Option über 18 weitere bestellt, die Niederlande 46 mit einer Option für sechs weitere, Tschechien 44 mit ebenfalls einer Option für sechs weitere, und Schweden sowie Litauen gleichfalls je 44.

Auch die deutschen Leopard 2 A8 sollen nach integrierter Nachweisführung und ausreichender Lieferung ab 2027 bei der Panzerbrigade 45 in Litauen zum Einsatz kommen. Das jetzige Produktionslos soll bis 2030 ausgeliefert sein. Darüber hinaus plant Kroatien die Beschaffung von 50 Stück, während Ungarn bereits den unmittelbaren Vorgänger A7HU erhält.
Von der Panzerhaubitze 2000 A4 hat die Bundeswehr 22 Stück bestellt. Der bestehende Rahmenvertrag enthält noch eine Option über sechs weitere. Die Version verfügt über einen neuen Feuerleitrechner und weitere Verbesserungen in der Elektronik samt Hilfsaggregat. Auch soll das Programmiersystem für die präzisionsgelenkte Munition Vulcano integriert werden. Die Lieferung soll zwischen 2026 und 2029 erfolgen.
Stefan Axel Boes




