Kroatien beschafft 18 Selbstfahrhaubitzen des französischen Typs Caesar 6×6 Mk II samt Führungssystemen und weiteren Fahrzeugen für ein zweites mobiles Artilleriebataillon. Ein entsprechender Auftrag wurde am Montag dieser Woche bei einem Besuch des kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković sowie seines Stellvertreters und Verteidigungsministers Ivan Anušić in Paris unterzeichnet. Die Lieferung soll ab Mitte 2029 beginnen.
Die Haubitzen verwenden laut einer Mitteilung des Herstellers KNDS vom gestrigen Dienstag ein 6×6-Fahrgestell von Arquus, Funkgeräte von Thales und das Artillerie-Führungssystem ATLAS. Zur Lieferung gehören auch optronische Ferngläser, Logistikfahrzeuge, 4×4-Geländewagen VLTT (Peugot P4, ein Lizenzbau der Mercedes G-Klasse) und 15 gepanzerte Fahrzeuge VMBR-L Serval (4×4-Version des Mannschaftstransportwagens Griffon) für Gefechtsstände und Beobachtungsteams.
Kroatien will gezogene Haubitzen ersetzen
Auf französischer Seite tritt ähnlich wie beim amerikanischen Foreign Military Sales (FMS)-Verfahren die nationale Rüstungsbeschaffungsorganisation DGA als Autraggeber für KNDS auf. Die Beschaffung wird durch das europäische Programm SAFE mit günstigen Krediten für Rüstungsmaßnahmen unterstützt. Kroatien hat dabei einen Rahmen von insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro. Außerdem haben sich nach Angaben von KNDS Bulgarien, Estland, Portugal und Slowenien auf diesem Wege für Caesar entschieden.
Das kroatische Heer verfügt über zwei Brigaden, davon eine gepanzerte, deren Artilleriebataillon mit der deutschen Panzerhaubitze 2000 und dem rumänischen 122-mm-Mehrfachraketenwerfer APR-40 auf Basis des sowjetischen BM-21 Grad ausgestattet ist. Die zweite, mechanisierte Brigade mit gepanzerten Radfahrzeugen Patria AMV setzt bislang neben dem APR-40 gezogene 122-mm-Haubitzen des sowjetischen Typs D-30 als Artillerie ein. Diese sollen nun durch Caesar ersetzt werden.
Caesar ist eine 155-mm-Selbstfahrhaubitze mit 52 Kaliber langem Rohr und fünf- bis sechsköpfiger Besatzung. Die 6×6-Version Mk1 hat ein Gefechtsgewicht von knapp 18 Tonnen und steht seit 2008 bei den französischen Streitkräften in Dienst. Insgesamt erhielten diese 77 Stück, von denen 30 an die Ukraine abgegeben wurden und durch Neubauten ersetzt werden sollen. 2022 erhielt KNDS den Auftrag zur Entwicklung der Version Mk II oder Next Generation (NG).
Redaktion/sab






