Das Marinekorps der Republik Korea hat in der vergangenen Woche während der jährlichen teilstreitkraftübergreifenden Übung „Hoguk“ (Landesverteidigung) amphibische Operationen an der südkoreanischen Ostküste trainiert. Rund 2.400 Marineinfanteristen übten mit fast zwei Dutzend Schiffen eine Landung auf Brigadeebene nahe der Hafenstadt Pohang am Japanischen Meer. Daran schlossen sich Folgeoperationen gegen Befehlseinrichtungen und rückwärtige Gebiete des Übungsgegners an. Eingesetzt wurden unter anderem Amphibienfahrzeuge vom Typ AAVP-7, Kampfpanzer K1 und Hubschrauber KAI MUH-1 Marineon.
Das südkoreanische Marinekorps besteht aus zwei Divisionen, zwei selbstständigen Brigaden – davon eine für die Verteidigung der Inseln vor Incheon nahe der innerkoreanischen Grenze im Nordwesten des Landes – sowie einer Hubschrauberabteilung mit zwei Staffeln, einem Logistik- und einem Ausbildungskommando. Die beiden Divisionen sind in jeweils drei Marineinfanteriebrigaden, eine Artilleriebrigade sowie je ein Aufklärungs-, Panzer-, Amphibien-, Flugabwehr-, Pionier-, ABC-Abwehr-, Fernmelde-, Sanitäts-, Nachrichtendienst-, Versorgungs- und Unterstützungsbataillon gegliedert. Sie ähneln damit stark der Organisation des U.S. Marine Corps.
Marinekorps durchläuft Modernisierung
Für Landeoperationen stehen zwei amphibische Hubschrauberträger der Dodko-Klasse (Einsatzverdrängung 19.000 Tonnen), vier Panzer-Landungsschiffe der Cheonwangbong-Klasse (8.000 Tonnen) und vier der Kojunbong-Klasse (5.000 Tonnen) sowie vier inländische Nachbauten des amerikanischen Luftkissenfahrzeugs LCAC und drei von Russland erworbene vom Typ Murena (NATO-Bezeichnung Tsaplya) der Marine zur Verfügung. Derzeit durchläuft das Marinekorps gemeinsam mit dem südkoreanischen Streitkräften insgesamt einen Modernisierungsprozess.
So hat das Unternehmen Hanwha eine eigene Version des Artillerieraketensystems K239 Chunmoo für die Bedürfnisse der Marineinfanterie entwickelt. Das Korps will außerdem ein dezidiertes Drohnenbataillon für das Zusammenwirken zwischen seinen Amphibienfahrzeugen und unbemannten Mehrzwecksystemen in seiner 1. Division aufstellen. Bei der aktuellen Übung wurde im Zusammenwirken mit der Marine bereits der Einsatz von Drohnen für den Nachschub erprobt.
Stefan Axel Boes
















