Das Gemeinschaftsunternehmen Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) hat am gestrigen Dienstag im Multifunktionalen Experimentierzentrum der italienischen Armee (Ce.Poli.Spe) in Montelibretti die ersten vier Schützenpanzer Lynx KF-41 an die italienischen Streitkräfte ausgeliefert. Diese erste Lieferung markiert den offiziellen Start des Programms A2CS (Army Armoured Combat Systems), für das Ende letzten Jahres ein erster Vertrag über die Beschaffung von 21 neuen A2CS Combat-Fahrzeugen unterzeichnet wurde.
An der Zeremonie nahmen Verteidigungsminister Guido Crosetto, der Stabschef der italienischen Armee, General Carmine Masiello, der Vorstandsvorsitzende von Leonardo, Roberto Cingolani, und Dr. Björn Bernhard, Leiter der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe, teil. Ebenfalls anwesend waren der LRMV-Geschäftsführer Laurent Sissmann und der Executive Chairman des Joint Ventures, David Hoeder.
A2CS umfasst neue Schützen- und Kampfpanzer
Das A2CS-Programm (Army Armoured Combat System, ursprünglich AICS – Armoured Infantry Combat System genannt) wird zusammen mit dem neuen Main-Battle-Tank-Programm die Flotte schwerer Fahrzeuge der italienischen Armee erneuern und modernste Technologie bereitstellen, die sich durch ein hohes Maß an Digitalisierung und Konnektivität auszeichnet und Interoperabilität in einem Multidomain-Kontext ermöglicht. Dies bietet auch eine Gelegenheit zur Erneuerung der Gefechtsfahrzeugflotten internationaler Partner.
Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto sagte bei der Übergabezeremonie: „Das internationale Szenario erfordert eine sich ständig weiterentwickelnde Verteidigung, die in der Lage ist, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten und die nationalen Interessen zu schützen. Dies erfordert ein modernes, flexibles und glaubwürdiges Modell, das auf einem hohen Maß an Einsatzbereitschaft, qualifiziertem Personal und fortschrittlichen technologischen Fähigkeiten basiert.“
Italienisches Testzentrum spielt zentrale Rolle
In diesem Rahmen erfolge die Lieferung des gepanzerten Fahrzeugs Lynx, das aus der italienisch-deutschen Industriekooperation hervorgegangen sei, , mit dem Ziel, die Landsysteme der italienischen Armee durch die Einführung modernster Plattformen zu stärken. In diesem Prozess spiele das multifunktionale Testzentrum der Armee eine zentrale Rolle, indem es die Erprobung und technische Bewertung von Fahrzeugen, Ausrüstung und Waffensystemen sicherstelle, um deren Eignung für den operativen Einsatz zu bestimmen.
„Die Armee hat eine klare Richtung und genau definierte Anforderungen an die neuen Fahrzeuge, um den Weg der Mechanisierung der Streitkräfte zu beschleunigen, der heute konkret beginnt“, so der Stabschef der italienischen Armee, General C.A. Carmine Masiello. „Nach 30 Jahren, in denen italienische Soldaten in Friedenssicherungseinsätzen Mut, Engagement, Entschlossenheit und Professionalität bewiesen haben – bis hin zur Prägung des Begriffs ‚Italian Way‘ der Friedenssicherung –, haben wir keinen Zweifel an ihren Fähigkeiten.

Erste Lynx mit Lance-Turm, später mit Hitfist
Roberto Cingolani, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor von Leonardo, fügte hinzu: „Der Beginn der Auslieferung der neuen Gefechtsfahrzeuge ist ein wichtiger Meilenstein in dem Programm, das wir gemeinsam mit der italienischen Armee durchführen. Die internationale Allianz zwischen Leonardo und Rheinmetall ist nach wie vor ein wichtiger Bezugspunkt für die Stärkung der nationalen Verteidigung und für die Entwicklung einer soliden, integrierten und wettbewerbsfähigen europäischen Industriebasis. Dies ist ein Engagement, das wir für die Gewährleistung der nationalen und europäischen Sicherheit und strategischen Autonomie als unerlässlich erachten.“
Und Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, ergänzte: „Mit der Übergabe der ersten Schützenpanzer an die italienischen Streitkräfte schlagen wir ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Lynx-Fahrzeugfamilie auf. Als Kampffahrzeug der nächsten Generation setzt Lynx nicht nur Maßstäbe in Bezug auf Vielseitigkeit, Schutz, Effektivität, Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit, sondern auch in Bezug auf eine verbesserte europäische Rüstungszusammenarbeit.“
Die Lynx-Plattform lässt sich für verschiedene Aufgaben konfigurieren, darunter Schützenpanzer, Transportpanzer, mobiler Gefechtsstand oder Sanitätsfahrzeug. Die vier heute ausgelieferten Fahrzeuge sind mit dem 30-mm-Turm Lance von Rheinmetall ausgestattet, der später durch den 30-mm-Turm Hitfist von Leonardo ersetzt wird. Letzterer wird auch in den 16 folgenden Schützenpanzern aus diesem Auftrags integriert sein.
Redaktion/sab








