KNDS Deutschland und die italienische Leonardo wollen gemeinsam eine Rad-Selbstfahrhaubitze entwickeln. Dafür soll das deutsche unbemannte Artilleriemodul AGM, das etwa auch bei der RCH 155 auf Boxer-Fahrgestell verwendet wird, auf eine Weiterentwicklung von Leonardos geschützter Radpattform gesetzt werden. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten beide Unternehmen am Sitz der KNDS-Muttergesellschaft in Amsterdam, wie letztere am gestrigen Dienstag mitteilte.
Beide wollen demnach ihre Zusammenarbeit intensivieren, um die Resilienz der Lieferkette und die Zeit bis zur Markteinführung zu verbessern. Die neue Radhaubitze soll für ein bevorstehendes Beschaffungsprogramm des italienischen Heeres angeboten werden. Laut KNDS werde die Kombination seines fortschrittlichen Artilleriesystems mit Leonardos neuer Plattform, Elektronik, Führungs- und Drohnenabwehrtechnologie die Kampfkraft des Systems signifikant erhöhen.
KNDS hatte bereits über Leopard 2 mit Leonardo verhandelt
KNDS Deutschland und Leonardo hatten im letzten Jahr bereits über eine Kooperation für eine Version des Leopard 2 als neuer Kampfpanzer für Italien verhandelt. Am Ende wurden diese jedoch abgebrochen, und Leonardo gründete ein Joint Venture mit Rheinmetall zur Produktion des Kampfpanzers KF51 Panther sowie des Schützenpanzers KF41 Lynx. Mit der neuen Vereinbarung hat KNDS nun dennoch einen Fuß im italienischen Markt für Landkampfsysteme.
Das Artilleriemodul AGM wird neben der RCH 155 etwa auch auf der Plattform Piranha Heavy Mission Carrier 5×5, Tracked Boxer und weiteren Rad- und Kettenfahrgestellen angeboten. Der vom System der Panzerhaubitze 2000 abgeleitete unbemannte Turm mit 52 Kaliber langem 155-mm-Rohr und Automatiklader kann von einer Zwei-Mann-Besatzung fernbedient werden. Alls Alleinstellungsmerkmal kann das System sogar aus der Fahrt den Artilleriekampf führen.
Stefan Axel Boes









