Ergänzend zu den beiden Rahmenvereinbarungen zur Beschaffung von sogenannten Loitering Munition Systems (LMS) vom 25. Februar 2026 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am gestrigen Mittwoch eine dritte Rahmenvereinbarung bewilligt. Die Bundeswehr erhält damit nach LMS der Unternehmen Stark Defence und Helsing fest beauftragt das System FV-014 von Rheinmetall und die Option, bei erfolgreicher Qualifizierung weitere Systeme abzurufen.
Wie bei den anderen beiden Verträgen gibt es klar definierte Qualifizierungsanforderungen, Abbruchmeilensteine sowie Innovationsklauseln. Damit wird der neue Beschaffungsweg nach Angaben der Bundeswehr auch mit einem dritten Anbieter konsequent fortgeführt: Qualifizierung, Produktanpassungen, erste Truppentests und Ausbildungsmaßnahmen fänden parallel beziehungsweise iterativ statt, um Zeit zu sparen und die neue, wichtige Fähigkeit schnell in die Truppe einzuführen.

Weitere Abrufe bei Qualifikationsnachweis möglich
Alle drei Hersteller unterlägen dabei einer Gleichbehandlung: Die Verträge teilten sich in einen festbeauftragten Anteil und optionale Abrufleistungen auf. Das heiße, dass in einem ersten Schritt eine feste Anzahl an LMS bestellt werde. Wenn das Produkt den festgelegten Qualifikationsnachweis und damit den Bedarf der Streitkräfte erfülle, könnten über den Rahmenvertrag weitere LMS abgerufen werden. Es bestehe jedoch keine Verpflichtung zur Abnahme der optionalen Rahmenvertragsmenge.
Maßstab für alle Hersteller sei dabei, dass die erforderliche Reife und Qualität der Produkte in firmeninternen sowie bundeswehreigenen Qualifizierungs- und Testverfahren nachgewiesen wurde (Proof of Concept). Das verbleibende Restrisiko werde durch die vertragliche Vereinbarung von Abbruchmeilensteinen abgesichert. Der Vertrag räume dem Auftraggeber damit ein einseitiges Rücktrittsrecht ein, falls die erforderlichen Qualifikationsnachweise nicht erreicht werden.
Loitering Munition Systems statten Panzerbrigade 45 aus
Die Innovationsklauseln stellten zudem eine kontinuierliche technologische Weiterentwicklung beziehungsweise Anpassung des LMS sicher. Die parallele Beauftragung von drei Herstellern verfolge mehrere Ziele. So werde Vorsorge getroffen für den Fall, dass einzelne Hersteller die Serienreife nicht erreichen. Auch würden Systeme mit unterschiedlichen Fähigkeiten beschafft, was den Handlungsspielraum der Kommandeure erweitere und die Flexibilität und Durchsetzungsfähigkeit gegenüber Maßnahmen eines möglichen Gegners erhöhe.
Zugleich werde im Sinne der Souveränität auch die nationale industrielle Basis gestärkt, um im Segment der LMS die Bedarfe der Bundeswehr und der Partnernationen quantitativ, qualitativ, innovativ und damit zukunftsfähig decken zu können. Die gestrige Entscheidung des Haushaltsausschusses sei ein weiterer Schritt, die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 planmäßig im Jahr 2027 mit einem breit aufgestellten Aufklärungs- und Wirkverbund einschließlich LMS auszustatten. Die zeitgerechte Ausstattung der Panzerbrigade mit ausreichenden Stückzahlen werde dabei über die Gesamtheit aller Verträge sichergestellt.

Weitere Lieferung und Hochrüstung von IdZ-ES
Neben diesem Vorhaben hat der Haushaltsausschuss zudem vier weitere 25-Millionen-Euro-Vorlagen gebilligt. Dazu gehört die Herstellung, Lieferung und Hochrüstung weiterer Systeme Infanterist der Zukunft – Erweitertes System (IdZ-ES) im Konstruktionsstand VJTF+ sowie deren Fähigkeitserweiterung, unter anderem mit Helmdisplay und Drohnenwarner.
Auch werden weiterer Einheiten des unbemannten Luftfahrzeugsystems LARUS (RQ-20 Puma 3 AE) für die Aufklärung im optischen, optronischen und elektromagnetischen Spektrum beim Kommando Spezialkräfte der Marine beschafft. Zwei Vorlagen betrafen Anpassungen der Fregatten Klasse F124 bei Hangars und Landedecks für den Bordhubschrauber NH-90 Sea Tiger sowie Softwarepflege und Hardware-Regeneration im Führungs- und Waffeneinsatzsystem.
Redaktion/sab








