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Airborne Systems, ein Hersteller für militärische und zivile Fallschirmsysteme, gab Ende August bekannt, dass der neue Reservefallschirm Intruder 210R die TSO-C23(F)-Zertifizierung der U.S. Federal Aviation Administration (FAA) erhalten hat. Dabei handelt es sich um den neuesten und strengsten FAA-Zulassungsstandard. Die TSO-C23(F)-Zertifizierung gilt für Ausrüstung, die als Reserve- oder Notfallschirm verwendet werden soll, und stellt daher die strengste Reihe von Testanforderungen dar, die von einer nationalen Behörde zertifiziert wird.

Der Reservefallschirm Intruder 210R wird zur Verwendung mit dem iRaider-Gurtsystem angeboten und ist mit der gesamten Palette der Instruktor-Fallschirme von 170 bis 230 kompatibel. Dieses integrierte System kombiniert die Zuverlässigkeit, Sicherheit und hohe Gleitfaktoren der RA-Serie mit einem leichten Gurtzeugcontainer, um den Anforderungen der militärischen Freifall-Ausbildung gerecht zu werden.

RA Intruder-Familie

Die Intruder-Familie wurde entwickelt, um die Anforderungen der militärischen Anwender mit einer möglichst großen Bandbreite zu erfüllen, welche sich vom Anfänger bis zum erfahrenen Fallschirmspringer spreizen kann. Hinzu kommt laut Hersteller die einfache Handhabung in Verbindung mit außergewöhnlichen Funktionalitäten. Das System, abgebildet im Titelbild, ist durch die U.S. Streitkräfte als Ram-Air Parachute System (RA-1) klassifiziert.

Um eine möglichst große Bandbreite an Leistungsmöglichkeiten abdecken zu können, wurden missionsspezifische Variationen entwickelt. Die Familie besteht aus den Versionen RA-1, RA-360, RA-360 W, RA-300 sowie RA-300 W. All diese Systeme sind als Freifallschirme sowie für eine automatische Öffnung (Static Line) zertifiziert und haben eine Hauptkappe mit neun Zellen. Die maximale Absprunghöhe liegt bei 25.000 ft (7620 m AMSL) eine Gleitzahl von 4:1. Die Gleitzahl ist das Verhältnis von Auftrieb und Luftwiderstand. Die minimale Absprunghöhe für den Freifall liegt bei 5,000 ft (1524 m AGL) sowie bei 3,500 ft (1067 m AGL) für den Öffnungsvorgang.

Der RA-1 ist der U.S. Army Schirm; der RA-360 ist ein nach Kundenwünschen modifizierter RA-1. Der RA-360 W (With Water Main Canopy) besitzt eine für Wassersprünge angepasst Kappe. All diese Schirme haben eine Kappe von 360 ft2 (33.4 m2). Der RA-300 ist eine minimierte (Zivil-)Variante des RA-1, mit einer 300 ft2 (27.9 m2) Kappe. Und der RA-300 W ist wieder für Wassersprünge vorgesehen.

Die Schirme wurden entwickelt und zertifiziert für Freifallsprung-Missionen im Verbringungsverfahren High Altitude – Low Opening (HALO), High Altitude – High Opening (HAHO) sowie Double Bag Static Line (DBSL). Laut Hersteller kann der Nutzer mit dem Intruder weiter fliegen (gleiten), mehr Nutzlast mitnehmen und weicher landen und das in einem nahezu lautlosen Einsatz.

Hinzu kommen die Ausbilder-Fallschirme Intruder 170 und 230. Diese haben die kleinsten Kappen der Intruder-Fallschirme, die dem Personal eine größere Beweglichkeit im Flugzeug und beim freien Fall ermöglichen. Dabei bieten diese kleineren Fallschirme eine ähnliche Leistung wie die Intruder 300 und 360, sind aber im Sprung agiler und bieten damit eine bessere Lenkfähigkeit.

So hat der Intruder 230 eine Gleitrate von 3,5:1, kann eine Nutzlast von 106 kg aufnehmen, und bietet einen Vortrieb von 12,2 m/Sek. und eine Sinkgeschwindigkeit von 3,7 m/Sek. Der Reserveschirm Intruder 210R ist ebenfalls bis zu einer Nutzlast von 106 kg zugelassen und kann bis zu einer Fluggeschwindigkeit von 150 KTAS (Knots Indicated Airspeed) eingesetzt werden.

André Forkert