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Das aus Angehörigen der Light Dragoons und der Royal Anglians bestehende britische Einsatzkontingent hat seine erste Einsatzpatrouille im Zuge der UN-Friedensmission MINUSMA in Mali erfolgreich abgeschlossen. Dies teilt das britische Verteidigungsministerium auf seinen Kanälen in den sozialen Medien mit. Das Light Dragoons Regiment stellt die Aufklärungskräfte, während das Royal Anglian Regiment ein Infanterieverband der British Army ist.

Die rund 300 Soldaten starke Truppe wurde erst im Dezember nach Mali verlegt, um dort laut Verteidigungsministerium „beim Schutz der Zivilbevölkerung“ zu unterstützen. Nach eigenen Angaben bringt das britische Kontingent dazu hochspezialisierte Aufklärungsfähigkeiten in die multinationale Mission ein.

Wie es weiter heißt, dauerte die erste britische Aufklärungsmission in Mali mehrere Tage. Die aus rund 200 Soldaten und 60 Fahrzeugen bestehende Aufklärungseinsatzgruppe erreichte eine Aufklärungstiefe von 50 km.

Solche Aufklärungsmissionen gehören zum Einsatzalltag der in Mali stationierten internationalen Truppen. Neben dem Fakt, dass nun erstmalig britische Kräfte in Mali unterstützen, ist ein weiterer Aspekt hochinteressant: Im Vergleich zum deutschen Ansatz, Aufklärungseinsätze aufgrund der Bedrohungslage ausschließlich in geschützten Fahrzeugen wie dem Fennek oder dem Eagle durchzuführen, nutzen die Soldaten der Queen oftmals offene Fahrzeugtypen des Herstellers Supacat.

Die aus rund 200 Soldaten und 60 Fahrzeugen bestehende Aufklärungseinsatzgruppe erreichte eine Aufklärungstiefe von 50 km. (Foto: MoD UK)

Auf den veröffentlichten Bildern sind deutlich die Jackal- bzw. Coyote-Fahrzeuge zu erkennen. Der Coyote ist die 6×6-Version des Jackals und wird bei den britischen Kräften als taktisches Unterstützungsfahrzeug genutzt, während der 4×4 Jackal als Aufklärungsfahrzeug fungiert. Diese Fahrzeuge wurden ursprünglich gemäß den Anforderungen der britischen Spezialkräfte entwickelt. Sie können mittels Drehringlafette mit schweren Maschinengewehren oder Granatmaschinenwaffen ausgestattet werden. Die Fahrzeuge verfügen über einen leichten Unterbodenschutz gegen IED-Blasts und einen seitlichen ballistischen Schutz gegen Handwaffenbeschuss bis auf Türhöhe.

Auch wenn die allgemeine Bedrohungssituation in Mali regional unterschiedlich zu bewerten ist, zeigen jüngste Verluste der französischen Barkhane-Truppe in Mali, dass das Land noch lange nicht befriedet ist.

Waldemar Geiger