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Beim EDIP-Projekt (European Defence Industrial Development Programme der EU) zur Entwicklung eines europäischen unbemannten Bodensystems (integrated Modular Unmanned Ground System – iMUGS) wurden Ergebnisse der ersten Projektphase präsentiert. Auf einem Übungsgelände der estnischen Streitkräfte wurde das Zusammenwirken einer Einheit mit unbemannten und bemannten Systemen in verschiedenen Szenarien demonstriert.

„Das Hauptziel des iMUGS-Projekts besteht in der Integration von Robotersystemen mit vorhandenen bemannten Technologien in die europäischen Streitkräfte“, so Kuldar Väärsi, CEO bei Milrem Robotics.

Beteiligt war neben einer Infanteriegruppe ein GTK Boxer von Krauss-Maffei Wegmann, eine Drohne von Atlas Dynamics, ein unbemanntes, kabelgebundenes Luftfahrzeug von Acecore und das unbemannte Bodenfahrzeug THeMIS von Milrem.

Im ersten Szenario transportierte der THeMIS das Luftfahrzeug von Acecore an den Einsatzort. Nach Erkundung des Gefechtsfelds und Zielkaufklärung jenseits der Sichtlinie wurde das Ziel mit indirektem Feuer bekämpft. Die Wirkungsbeurteilung erfolgte ebenfalls per Drohne.

iMUGS-Demonstration Szenario 1 – Aufklärungsmission (Video: Milrem)

Im zweiten Szenario war ein Verletzter aus einem verunglückten Fahrzeug zu bergen. Mit dem Boxer wurden Einsatzmittel und -personal so nah wie möglich an die Unfallstelle transportiert. Der THeMIS, ausgestattet mit einer Trage für den Verwundeten, wurde mit eigener Kraft dem Rettungs- und Bergepersonal  nachgeführt. Nach Stabilisierung wurde der Verwundete mit dem THeMIS auf der Trage zum Boxer gebracht, der jetzt zum Verwundetentransporter umfunktioniert worden war. Anschließend zog der THeMIS das verunfallte militärische Kleinfahrzeug aus der Gefahrenzone. Während des Einsatzes diente eine Miultirotordrohne von Atlas Dynamic zur Überwachung der Aktion und zur Situationswahrnehmung.

iMUGS-Demonstration Szenario 2 – CASEVAC und Fahrzeugbergung (Video: Milrem)

„Die Demonstration hat gezeigt, dass wir den Verbundeinsatz von bemannten und unbemannten Systemen und das Zusammenspiel von Hard- und Software im Griff haben“, berichtet Thomas Reining, iMUGS-Projektleiter bei Krauss-Maffei Wegmann.

iMUGS ist eine Kooperation von 13 Partnern aus sieben EU-Ländern: Milrem Robotics (Projektkoordinator), Talgen Cybersecurity, Safran Electronics & Defense, NEXTER Systems, Krauss-Maffei Wegmann, Diehl Defence, Bittium, Insta DefSec, (Un)Manned, dotOcean, Latvijas Mobilais Telefons, GMV Aerospace and Defence und Royal Military Academy of Belgium.

Anfang 2021 hatte die EU-Kommission das iMUGS-Konsortium in einem 32,6 Millionen Euro Vertrag mit der Studie beauftragt. Das Endergebnis soll bis Ende 2022 vorliegen.

Gerhard Heiming