StartFührung & KommunikationBundeswehr schreibt 191.000 Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion aus

Bundeswehr schreibt 191.000 Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion aus

Waldemar Geiger

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Im Zuge des Projektes „aufgabenorientierte Ausstattung“ (aoA) hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) heute den Teilnahmewettbewerb für die Beschaffung für das oaA-Teilprojekt „Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion“ (SMG) gestartet. Dies geht aus einer Veröffentlichung auf der europäischen Vergabeplattform TED hervor.

Die Bundeswehr beabsichtigt den Abschluss einer Rahmenvereinbarung, die die Lieferung von bis zu 191.000 SMGs über eine Zeitdauer von sieben Jahren ermöglichen soll. Ein SMG-Satz soll aus folgenden Komponenten bestehen:

  • Kapselgehörschutz,
  • Soldaten-Push-to-Talk (PTT),
  • Führungs-PTT und
  • Anschlusskabel einschließlich aller Komponenten, Zubehörteile, Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien.

Es wird gefordert, dass der SMG mit den aktuell in Nutzung befindlichen Fernmeldesystemen – vordergründig Hand-Funkgeräte und Bordverständigungsanlagen – kompatibel sein soll. Das Beschaffungsamt verweist weiterhin, dass „eine direkte Abhängigkeit / Beziehung zu dem aoA-Teilprojekt „Gefechtshelm“ besteht, zu dem der Sprechsatz mit Gehörschutzfunktion kompatibel sein muss. Des Weiteren ergeben sich Schnittstellen zu allen weiteren Ausrüstungsgegenständen des Schutzbereichs Kopf, dem Gefechtshelm mit Anbauteilen, der Schießbrille und der ABC-Schutzmaske.

Ob, bzw. wann das aoA-Teilprojekt Gefechtshelm überhaupt noch separat realisiert werden wird, ist derzeit noch unklar, da die Bundeswehr vor kurzem Rheinmetall mit der Lieferung von mehreren zehntausend Helmen beauftragt hat, S&T berichtete. Geliefert werden Helmsysteme des Typs Gefechtshelm Zwischenlösung – auch bekannt unter der Bezeichnung Gefechtshelm Spezialkräfte schwer.

SMG-Ausschreibung

„Ziel und Zweck dieser Beschaffung ist ein Gehörschutz mit Kompatibilität zur Ausrüstung des Soldaten (Schutzbereich Kopf: Gefechtshelm, Schießbrille, usw.), der dem Soldaten einen maximalen Schutz bietet, die Gefahr einer dauerhaften Gehörschädigung minimiert sowie die Kommunikation unter den Bedingungen beim Schießen mit Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen gewährleistet und die Wahrnehmung von Umweltgeräuschen zulässt. Dabei soll der Sprechsatz mit Gehörschutzfunktion in erster Linie für abgesessene Kräfte bzw. den infanteristischen Einsatz außerhalb von Fahrzeugen geeignet sein“, heißt es in der vom BAAINBw veröffentlichten Mitteilung.

Unternehmen haben nun etwa einen Monat Zeit, Ihr Interesse an der Ausschreibung zu bekunden. Die Teilnahmeanträge müssen bis zum 2. Mai 2022 beim BAAINBw eingehen. Zugelassen sind Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz in den letzten drei Jahren von jährlich mehr als 144 Millionen Euro. Mit der Ausschreibung vertraute Fachkreise gehen daher davon aus, dass sich einige kleinere Unternehmen zu Bewerbergemeinschaften mit größeren Anbietern zusammenschließen werden. Die Ausschreibung lässt dies explizit zu.

Der Zeitplan ist eng getaktet und scheint ambitioniert, ist jedoch gut vorbereitet worden. Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hatte die großvolumige Ausschreibung bereits Ende 2020 öffentlich angekündigt und die Industrie zur Vorbereitung aufgefordert und den Aufbau von Kapazitäten angeregt, S&T berichtete. Das BAAINBw forderte damals potenzielle Interessenten an einer künftigen Ausschreibung für SMGs mit Zubehör für die Bundeswehr auf, „sich auf das Beschaffungsvorhaben einzustellen und ggf. nötige produktionstechnische Fragestellungen auszuloten. Unter Umständen ist für die Erfüllung des großvolumigen Auftrags ein Unternehmenszusammenschluss unterschiedlicher Hersteller zielführend“, hieß es.

Waldemar Geiger